Ukraine: Kulturministerium rügt orthodoxe Journalisten

Anlässlich eines Medien-Monitorings hat das ukrainische Kulturministerium eine Verschärfung der konfrontativen Rhetorik insbesondere in Online-Publikationen beklagt. Eine „konfrontative Tendenz“ ließe sich insbesondere auf den Seiten der Internetpublikation Bund der orthodoxen Journalisten beobachten. Beispielhaft hob das Ministerium in seiner Erklärung die Publikation „Gott hat die Entführer bestraft – eine Zeugin der Besetzung der Kirche der Ukrainischen Orthodoxen Kirche in Katerinovka“ vom 26. März 2018 hervor.

Das Kulturministerium erklärte, den erwähnten Texten fehle es an journalistischer Unparteilichkeit und Objektivität bei der Informationsvermittlung, sie zielten bewusst auf das Schüren von Hass und einer diskriminierenden Behandlung von Gläubigen anderer religiöser Organisationen. Schon im Titel der Publikation sei ein voreingenommenes Verhältnis zu Vertretern der Ukrainischen Orthodoxen  Kirche–Kiewer Patriarchat (UOK–KP) erkennbar. Inhaltlich wird insbesondere die kontroverse Rhetorik kritisiert, wie z. B. „Gott hat die Besetzer bestraft“, „sie haben die Kirche in Katerinovka besetzt“, „sie schlugen Seminaristen“, „Anhänger des Kiewer Patriarchats und der ‚Rechte Sektor‘ haben die St. Georgskirche der Ukrainischen Orthodoxen Kirche am 21. September 2015 besetzt“.

Die kritisierte Publikation nimmt Bezug auf den Übertritt eines Teils der orthodoxen Kirchgemeinde im Dorf Katerinovka in der Oblast Ternopil von der Ukrainischen Orthodoxen Kirche–Moskauer Patriarchat (UOK–MP) zur UOK–KP am 21. September 2015. Aus Sicht des Kulturministeriums zielt die Publikation unter anderem darauf, die Bemühungen der ukrainischen Behörden zur Normalisierung und Verbesserung der interreligiösen Beziehungen unter den Bedingungen eines offenen bewaffneten Konflikts in der Ostukraine zu diskreditieren. „Das verletzt die Gefühle der Gläubigen der UOK–KP, provoziert einen Teil der orthodoxen Gemeinde der Ukraine und kann als bewusste Anstiftung der Gläubigen der UOK–MP gegen andere christliche Gemeinschaften bewertet werden, die in der Ukraine unter legalen und mit ihnen gleichberechtigten Bedingungen existieren, als Propaganda mittelalterlicher Prinzipien der religiösen Exklusivität sowie bewusstes Aufbauschen religiöser Konflikte in unserem Staat“, erklärt das Kulturministerium.

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