Russland: Patriarch Kirill und Kardinal Nycz betonen gute Beziehungen

Der Moskauer Patriarch Kirill hat bei einem Treffen mit dem katholischen Erzbischof von Warschau, Kazimierz Kardinal Nycz, die guten Beziehungen zwischen ihren Kirchen betont. Besonders wertvoll seien diese Beziehungen, weil die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) und die katholische Kirche in Polen „Kräfte sind, die sich darum bemühen, christliche Werte im Leben ihrer Völker zu stärken. Ungeachtet der schwierigen Geschichte der politischen Beziehungen unserer Länder gehören die Kirchen einem Wertesystem an, sie können und müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Glauben an Christus im Leben der Völker zu stärken“, sagte Kirill bei der Begrüßung. Die „friedensstiftende Bedeutung in der Mission der Kirche“ sieht Patriarch Kirill heute darin, dass die „Liebe sowohl die Nahen als auch die Entfernten einschließt“.

Bei dem Treffen wurden Optionen für eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchen besprochen, im Sinne einer Weiterentwicklung der Prinzipien der gemeinsamen Botschaft an die Völker Russlands und Polens. Die gemeinsame Botschaft war 2012 bei dem Besuch von Patriarch Kirill in Polen verabschiedet worden. Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass die beiden Kirchen angesichts der Säkularisierung eine Verantwortung für die Bewahrung des Glaubens und dessen Vermittlung an jüngere Generationen trügen.

Während seines inoffiziellen Besuchs in Moskau traf Kardinal Nycz auch mit Metropolit Ilarion (Alfejev), dem Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, zusammen, auch dabei wurden die guten Beziehung zwischen der ROK und der katholischen Kirche betont. Bei dem Treffen ging es vor allem um das Kirche-Staat-Verhältnis in Russland und Polen und insbesondere um den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Kardinal Nycz erklärte, dass in Polen Geistliche der katholischen und der Polnischen Orthodoxen Kirche Religionsunterricht erteilen dürften, obwohl die Schulbildung säkular sei. In Russland hingegen verfügt die ROK über kein solches Rechte, was sich laut Ilarion negativ auf die geistliche Erziehung der Jugend auswirkt.

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