Russland: Neubau der lutherischen Kirche in Saratov

Vor zwanzig Jahren war der künftige Bauplatz der St. Marienkirche in Saratow eine verwahrloste Brache. Noch heute finden Gemeindeglieder bei Putzaktionen auf dem Gelände Spritzen und Glasscherben. „Sie werden die Kirche nie vollenden“, wurden die Lutheraner belächelt, als sie 2006 auf diesem Grundstück in der Nähe des Flusses Wolga mit dem Neubau ihrer Kirche begannen. 1993 war die während des Sozialismus repressierte und zerstörte Gemeinde wiedergegründet worden. Der Kirchenneubau war dringend nötig, weil die Gemeinde kein Zuhause hatte: Die einstige Kirche der russlanddeutschen Minderheit im Stadtzentrum war 1970 zum 100. Geburtstag Lenins gesprengt worden.

Inzwischen ist der Neubau voller Leben. Die üblichen Gemeindeaktivitäten mit Gottesdiensten sowie verschiedenen Gruppen und Kreisen finden hier genauso Platz wie die beeindruckende Konzertreihe „Orgel und Jazz“ oder diakonische Aktivitäten wie die Kleiderhilfe. Der Kirchsaal wurde im Frühjahr 2018 mit großer Feierlichkeit eingeweiht. Das Gustav-Adolf-Werk hat das Projekt von Anfang an begleitet und regelmäßig unterstützt.

Allmählich verändert sich auch das Gesicht der Plattenbausiedlung in der Umgebung der Kirche: „Jetzt haben wir ein gepflegtes und umzäuntes Gelände, bald soll am Ufer der Astronauten ein Erholungsgebiet entstehen. Unsere Nachbarschaft wird mit Gottes Hilfe verwandelt!“, freut sich die Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite.

Aber fertig ist die Kirche tatsächlich noch nicht. Es gibt immer noch viele Ecken und Enden, die auf den Ausbau warten. Am 2./3. Mai 2020 feiert die Gemeinde ein wichtiges Jubiläum, zu dem sie herzlich einlädt: Vor 250 Jahren wurde die Gemeinde erstmalig in einer Urkunde erwähnt. (Quelle: www.gustav-adolf-werk.de, Dezember 2019)

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