Belarus: Metropolit Veniamin mit Versöhnungsbotschaft

. : Belarus, Ukraine

Metropolit Veniamin (Tupeko) von Minsk hat sich am 3. März erstmals offiziell zum Krieg in der Ukraine geäußert. Dabei bedauerte das Oberhaupt der Belarusischen Orthodoxen Kirche (BOK), die dem Moskauer Patriarchat untersteht, dass sich in dem Konflikt Menschen gegenüberstehen, die „häufig nach dem Blut, Glauben und Geist verwandt sind“. Die BOK fühle sich als Teil einer Familie, zu der die Russen und die Ukrainer gehörten, und teile den Schmerz ihrer Brüder und Schwestern. Der einzige Ausweg seien „Versöhnung und das schnellstmögliche Ende der Kampfhandlungen“.

Der Konflikt in der Ukraine habe nicht gestern begonnen, erklärt Metropolit Veniamin in seinem Statement, aber bis zuletzt habe die Hoffnung auf eine friedliche Lösung bestanden. Wie in einer „gewöhnlichen Familie“ gebe es auch im Verhältnis von „Brudervölkern Widersprüche und Konflikte, die manchmal sehr schwer zu lösen sind“. Die BOK rufe dazu auf, in Erinnerung an das „gemeinsame Taufbecken“, das gemeinsame spirituelle Erbe und die gemeinsamen Heiligen „Schritte aufeinander zu“ zu machen. Die Gläubigen der BOK forderte Veniamin auf, eifrig dafür zu beten, dass der Frieden in die Ukraine zurückkehrt und die Brudervölker einen Weg zu Versöhnung und gegenseitigem Verzeihen finden.

Am 2. März hatte sich Metropolit Epifanij (Dumenko) von der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) an das belarusische Volk gewandt. Der Kampf sei zwar schwer, aber die Ukraine glaube an ihren Sieg, da sie die Wahrheit und Gottes Hilfe auf ihrer Seite habe. Als Beweis dafür führte er an, dass der Plan, die Staatlichkeit der Ukraine schnell zu zerstören, gescheitert sei. Deshalb suche Russland neue Reserven, indem es „Belarus zum Verbrechen verleitet“. „Die Belarusen, unsere Nachbarn“ erinnerte er daran, dass sie wüssten, was es bedeute, in einer Diktatur zu leben. Sie hätten schließlich dagegen protestiert. Eine ebensolche oder noch schlimmere Diktatur solle der Ukraine „mit dem Bajonett“ gebracht werden. Er rief sie auf, „mit aller Kraft“ dagegen zu kämpfen, dass ihr Staat „endgültig in die niederträchtige und verbrecherische russische Aggression hineingezogen wird, und eure Soldaten für die imperialen Fantasien Putins in den Tod geschickt werden“. (NÖK)

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