Russland: Allianz gegen Christenverfolgung in Afrika bilden

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Das Moskauer Patriarchat schlägt die Gründung einer interkonfessionellen „Allianz für die Verteidigung der verfolgten Christen in Afrika“ vor. Die Unterstützung der „leidenden Brüder und Schwestern“ werde von der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) als ihre „historische Aufgabe“ gesehen, sagte der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Ilarion (Alfejev) nach Angaben des Pro-Oriente-Informationsdienstes bei einer internationalen Online-Konferenz, die von der ROK und der russischen „Vereinigung zum Schutz der Religionsfreiheit“ veranstaltet wurde.

Patriarch Kirill, der die Entwicklung genau beobachte, sei überzeugt, dass Afrika leider immer mehr zum Epizentrum der Unterdrückung der Christen wird, sagte Ilarion. Möglicherweise hänge das auch damit zusammen, dass Afrika mittlerweile jener Teil der Welt sei, in dem das Christentum am stärksten wachse.

Bereits im November des Vorjahrs habe Kirill beim „Interreligiösen Gipfel“ in Baku darauf aufmerksam gemacht, dass die Christen in Nigeria einem „Genozid“ ausgesetzt seien. Der Moskauer Patriarch habe damals die religiösen Führungspersönlichkeiten aus aller Welt aufgefordert, ihre Stimme zur Verteidigung der Christen in Nigeria zu erheben.

In Ostafrika wiederum schlage die in Somalia beheimatete Terrororganisation „Al-Shabaab“ immer wieder auch in Kenia zu, erinnerte Metropolit Ilarion. Die bevorzugte Taktik seien dabei Überfälle auf Linienbusse. Die Terroristen trennten die Christen von den anderen Fahrgästen und ermordeten sie. Der „Islamische Staat“ sei zwar im Nahen Osten zerschlagen, aber die IS-Terroristen hätten sich mittlerweile in Afrika durch ihre Kooperation mit „Al-Shabaab“ und der nigerianischen Terrorgruppe „Boko Haram“ eine neue Machtbasis geschaffen. In jüngster Zeit hätten die IS-Terroristen auch blutige Überfälle auf die christliche Bevölkerung in Mosambik und im Kongo gestartet.

Der Metropolit verwies aber auch auf die schwierige Situation in Algerien und in Äthiopien. In Algerien werde zunehmend christlichen Gemeinden die Registrierung verweigert, zudem habe der Inlandsgeheimdienst begonnen, Informationen über die religiöse Einstellung von Lehrerinnen und Lehrern zu sammeln. Auch Äthiopien sei eine neue Brutstätte der Christenverfolgung geworden. Auf dem Hintergrund der politischen Krise, in der sich das Land seit Mitte 2019 befinde, seien die Äthiopische Orthodoxe Kirche und ihre Gläubigen gezielten Attacken ausgesetzt. Hunderte Christen seien bei schrecklichen Massakern ums Leben gekommen, tausende seien Inlandsvertriebene in der eigenen Heimat.

Als Ziel der Online-Konferenz bezeichnete der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats die Konsolidierung der Bemühungen christlicher Kirchen und Organisationen bei der Unterstützung der Christen Afrikas. Es gehe um ständigen Informationsaustausch, aber auch darum, die Stimme der Christen Afrikas in der internationalen Öffentlichkeit vernehmbarer zu machen.

Die angepeilte interkonfessionelle „Allianz für die Verteidigung der verfolgten Christen in Afrika“ müsse sich aber auch für die Verstärkung der gemeinsamen humanitären Initiativen für Afrika einsetzen. Das Moskauer Patriarchat lege dabei besonderen Wert darauf, dass alle Initiativen im Einvernehmen mit den örtlichen Kirchen und Organisationen erfolgen. Metropolit Ilarion: „Man kann nicht verfolgten Christen helfen wollen und dabei deren Standpunkt ignorieren.“ Dieser Grundsatz müsse auch im Hinblick auf Afrika gelten.

Der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. richtete an die Teilnehmenden der Online-Konferenz eine Grußbotschaft, in der er dringend darum ersuchte, für eine intensivere Berichterstattung über die Verfolgung von Christen auf dem afrikanischen Kontinent zu sorgen. Leider habe sich die Verfolgungssituation in der Zeit der Pandemie zugespitzt. Der Leiter der „Kommission für internationale Angelegenheiten“ beim Weltkirchenrat, Peter Prove, berichtete über die Erfahrungen seiner Organisation in Afrika. Er bezeichnete es als notwendig, dass es auf die Verfolgung von Christen „auch aus der Region“ eine Antwort gibt. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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