Ukraine: Erster Gottesdienst in renovierter Andreas-Kirche

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Mit einem Gottesdienst ist die Andreas-Kirche in Kiew, die als architektonisches Glanzstück gilt, nach langjährigen Renovationsarbeiten wiedereröffnet worden. Geleitet wurde die Liturgie am 13. Dezember, dem Tag des Hl. Andreas, von Metropolit Emmanuel (Adamakis) von Frankreich des Ökumenischen Patriarchats. Konzelebranten waren der Exarch des Ökumenischen Patriarchats in der Ukraine, Bischof Michail (Anischtschenko) von Komana, und Erzbischof Evstratij (Zorja) von der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU).

Metropolit Emmanuel betonte die Bedeutung des Hl. Andreas für die OKU und bekräftigte die Unterstützung des Ökumenischen Patriarchats für alle Lokalkirchen, aber insbesondere für die OKU. Am Gottesdienst nahmen auch der frühere Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, sowie Regierungsvertreter und Parlamentarier teil. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen wurde die Liturgie auch live im Internet übertragen. Die Andreas-Kirche ist der Sitz des Exarchen. Im Oktober 2018 hatte die Rada entschieden, dem Ökumenischen Patriarchat die Kirche zur ständigen und kostenlosen Benutzung zu überlassen.

Am 15. Dezember jährte sich zugleich zum zweiten Mal die Gründung der OKU, die im Januar darauf vom Ökumenischen Patriarchat die Autokephalie erhielt. Aus diesem Anlass fand in Kiew die Bischofsversammlung der OKU unter der Leitung von Metropolit Epifanij (Dumenko) von Kiew statt. Dabei informierte Epifanij die Bischöfe über die Arbeit des Jahres 2020 und die zahlenmäßige Entwicklung der OKU. Aufgrund der Pandemie sei die Registrierung neuer Gemeinden allerdings erschwert gewesen. Die Bischofsversammlung bestätigte die Entscheidungen des Hl. Synods in 2020. Die Arbeit Epifanijs als Leiter der OKU sei von der Kirche, aber auch der Gesellschaft positiv bewertet worden, hielten die Bischöfe fest.

Die Versammlung dankte den orthodoxen Lokalkirchen, die die OKU bereits anerkannt haben. Sie erklärte sich zum Dialog bereit, um alle anderen Lokalkirchen zu bewegen, ihre Autokephalie zu akzeptieren, und so die Bedingungen für eine friedliche Koexistenz der Kirchen zu schaffen. Außerdem betonte Metropolit Epifanij die Wichtigkeit des interreligiösen Friedens in der Ukraine. Dies sei eine „wichtige Aufgabe“ der OKU, die als „größte religiöse Gemeinschaft“ eine entsprechende Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft habe. (NÖK)

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