Slowakei: Bischöfe rufen zu Teilnahme an Pro-Life-Marsch auf

Die katholischen Bischöfe der Slowakei haben in einem Hirtenwort zur Teilnahme am dritten nationalen Pro-Life-Marsch eingeladen, der am 22. September in Bratislava stattfindet. Anders als in früheren Aufrufen enthalten sich die Bischöfe in ihrem aktuellen Schreiben, das am 8. September in allen katholischen Kirchen des Landes verlesen wurde, direkter Forderungen an die Politik und konzentrieren sich auf Leitlinien, an die sich Christen beim Lebensschutz halten sollen.

Die „Achtung des kleinsten und wehrlosesten Menschen“ im Mutterleib enthalte die „Achtung vor jedem Menschen in jedem Lebensalter“, wird in dem Hirtenwort betont. Daher sei die „Verteidigung der Kleinsten“ zugleich die „Verteidigung eines jeden Menschen ohne Ausnahme“. Ausdrücklich danken die Bischöfe „allen, die Müttern in Not helfen und Programme zur Unterstützung von Ehe und Familie umsetzen, sowie allen, die das Gewissen der Gesellschaft bezüglich des Wertes eines jeden Menschenlebens schärfen“. Allen Gläubigen sollten sich „je nach ihren Möglichkeiten“ in der Lebensschutzbewegung engagieren.

In ihrem Einsatz für das ungeborene Leben berufen sich die slowakischen Bischöfe auf die Heilige Mutter Teresa sowie insbesondere auf Papst Franziskus und dessen umstrittene Bezeichnung von Abtreibungsärzten als „Auftragsmörder“, die „angeheuert“ würden, um ein Problem zu beseitigen – in diesem Fall menschliches Leben. Ähnlich habe sich die Heilige Mutter Teresa geäußert, als sie fragte: „Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind töten darf, was wird dann mich abhalten dich zu töten oder dich mich?“. Ohne Gott zerfalle „alles in ein unüberschaubares Chaos der Beziehungen“, so die Bischöfe.

Etwas andere Akzente setzten vergangene Woche der Prager Erzbischof, Kardinal Dominik Duka, und der Erzbischof von Trnava, Ján Orosch, in einer gemeinsamen Erklärung. „Schmerzlich“ stelle man fest, dass in Tschechien wie in der Slowakei „Menschen am Rande der Gesellschaft“ stünden, die „wehrlos, krank oder alt sind“. Man kämpfe „mit einer demografischen Krise“, doch in den vergangenen Jahrzehnten seien „hunderttausende Kinder bei einer bewusst herbeigeführten Abtreibung gestorben, die jetzt fehlen“. Daher begrüße man „alle Initiativen, die zu einer Sensibilisierung der Gesellschaft führen, einschließlich der Pro-Life-Märsche und des Entwurfs gesetzlicher Änderungen“, zu denen man „alle Gläubigen, alle Menschen guten Willens und öffentliche Entscheidungsträger“ aufrufe.

Kardinal Duka hatte die Seminaristen seiner Erzdiözese Prag, die er alljährlich zu einer Auslandsexkursion einlädt, diesmal in die Slowakei geführt. Ziele waren dabei neben Trnava, wo Duka seine ersten beiden Lebensjahre verbracht hatte und gefirmt worden war, Nitra, die Hauptstadt Bratislava sowie der Wallfahrtsort Šaštín. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)