Slowakei: Weltkulturerbe vor Verfall gerettet

Der monumentale Kalvarienberg im slowakischen Banská Štiavnica (Schemnitz) ist erfolgreich vor dem Verfall gerettet worden. Der World Monument Fund in New York strich das barocke Ensemble dieser Tage von der Liste der 100 meistgefährdeten Kulturdenkmäler, wie slowakische Medien berichten. Der Kalvarienberg wird seit gut einem Jahrzehnt renoviert, rund 90 Prozent der Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. 22 der insgesamt 24 Objekte, darunter auch zwei Kirchen, wurden wiederhergestellt. Der Kalvarienberg gehört so wie die Stadt am gegenüberliegenden Bergabhang seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Eine spezielle Unterstützerin der Renovierung ist die aus Banská Štiavnica stammende Schauspielerin Magda Vášáryová, die von 1990 bis 1993 Botschafterin der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik in Österreich war. Gemeinsam mit ihrer ebenfalls als Schauspielerin bekannten Schwester Emilia hat sie die Patenschaft über eine der 18 renovierten kleinen Kapellen übernommen.

Der Schemnitzer Kalvarienberg gilt neben der Kalwaria Zebrzydowska südwestlich von Krakau als das bemerkenswerteste Ensemble dieser Art in Mitteleuropa. Die Anlage eines Kreuzwegs auf dem Scharffenberg wurde von dem Jesuiten Franz Berger (1700-1771) initiiert und Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Im kommunistischen Regime kamen die Wallfahrten weitgehend zum Erliegen, ein Fonds für seine Renovierung wurde 1951 aufgelöst und erst 2008 durch die katholische Kirche als Eigentümerin der Objekte sowie die Staatlichen Forste (Lesy SR), die Stadt Banská Štiavnica und mehreren Privatpersonen reaktiviert.

Etwa die Hälfte der bisher für die Renovierung aufgewendeten 2,8 Millionen Euro kamen vom Investmentfonds, ein Viertel wurde vom slowakischen Kulturministerium zugeschossen und der Rest von privaten Geldgebern gespendet. Rund 5000 Freiwillige aus dem In- und Ausland wirkten an der Wiederherstellung unentgeltlich mit. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)