Slowakei: Staatlich finanziertes Gehalt Geistlicher steigt 2019

Die vom Staat bezahlten Gehälter der Geistlichen in der Slowakei steigen ab 2019 alljährlich um durchschnittlich zehn Prozent. Dies hat der Nationalrat, das Einkammerparlament der Republik, am 24. Oktober 2018 mit 145 von 150 Stimmen beschlossen, wie Medien berichteten. Trotz dieser Verbesserung verbleiben die Grundgehälter der Geistlichen allerdings weiterhin deutlich unter den Mindestgehältern, die der Staat für seine anderen Angestellten vorsieht. So beträgt das Mindestgehalt im Staatsdienst ab 1. Januar 2019 520 Euro. Geistlichen zahlt der Staat ab nächstem Jahr zwischen 341,7 Euro und 867,46 Euro.

Die Erhöhung betrifft 3600 Geistliche jener zwölf von 18 staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften, die die gesetzlich gewährleistete Bezahlung ihrer Geistlichen durch den Staat in Anspruch nehmen. Bei besonderer Beanspruchung und Leistung kann der Tarif um bis zu 30 Prozent hinaufgesetzt werden. Auch wird der Durchrechnungszeitraum von bisher 32 auf 40 Dienstjahre erweitert. Die meisten Pfarrer und Pfarrverweser befinden sich in der niedrigen Gehaltsstufe D und erreichen erst nach 15 Dienstjahren die Höhe des staatlichen Minimallohns.

Die Erhöhung der Gehälter der Geistlichen ist Bestandteil einer umfassenden Neuregelung des Gehaltssystems der öffentlich Bediensteten, um die Sozialpartner monatelang gerungen haben und die dem Staat Zusatzkosten in der Höhe von 3 Mio. Euro verursachen wird. Es sei aber an der Zeit gewesen, das Gehaltssystem zu sanieren und sicherzustellen, dass sich nicht wie bisher acht Gehaltsklassen unterhalb des Mindestlohns befinden, so Arbeitsminister Ján Richter. Und auch für Geistliche wüchsen die Ausgaben für den Lebensunterhalt, so Jaroslav Paška, Stellvertretender Chef der mitregierenden Slowakischen Nationalpartei.

Der Abgeordnete Erik Tomaš von der führenden Regierungspartei Smer hat im Sozialausschuss des Nationalrats durchgesetzt, dass die Gehälter der Geistlichen in Zukunft im gleichen Ausmaß und zum selben Zeitpunkt steigen wie jene der anderen staatlichen Angestellten. Man sei Tomaš dankbar, dass ab nun "für die Gehälter der Geistlichen derselbe Valorisierungmechanismus" in Gang gesetzt werde wie bei den anderen staatlich Bediensteten, so Anton Ziolkovský, der Geschäftsführer der Slowakischen Bischofskonferenz. Martin Kramara, der Sprecher der Bischofskonferenz, hielt allerdings fest, dass die katholische Kirche ihren Geistlichen und Laienangestellten den Differenzbetrag auf das Mindestgehalt weiterhin werde zuschießen müssen. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)