Tschechien: Erstmals Frau an Spitze der Methodisten

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Die Evangelisch-Methodistische Kirche in der Tschechischen Republik hat erstmals eine Frau an ihrer Spitze. Pfarrerin Ivana Procházková (50) ist von Patrick Streiff, dem auch für Österreich zuständigen Bischof der Kirche in Zentral- und Südeuropa mit Sitz in Zürich, zur Superintendentin des tschechischen Distrikts berufen worden. Ivana Procházková ist in ihrem neuen Amt direkte Nachfolgerin ihres Mannes Petr, mit dem sie drei Kinder hat. Sie wurde 1993 getauft. Nach Abschluss eines musikwissenschaftlichen Studiums absolvierte sie an der Evangelischen Fakultät der Prager Karlsuniversität ein Theologiestudium. Seit 2001 wirkt die promovierte Alttestamentlerin so wie ihr Mann in Pfarreien sowie in verschiedenen Funktionen im Bildungswesen und in der Jugendarbeit der methodistischen Kirche.

Die Geschichte der tschechischen Methodisten begann 1884 in Chicago, als tschechische Auswanderer aus der deutsch-böhmischen Gemeinde austraten und eine eigene gründeten. Das wachsende Interesse an der tschechischen Reformation in der alten Heimat führte parallel zum Zusammenschluss der evangelischen Kirchen Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses und zum Entstehen der Tschechoslowakischen (später Tschechoslowakisch-Hussitischen) Kirche auch zur Gründung der Evangelisch-Methodistischen Kirche in der neu gegründeten Tschechoslowakei. Der entscheidende Impuls ging damals von exiltschechischen Missionaren aus Texas aus.

Der erste Gottesdienst wurde vor 100 Jahren, am 21. November 1920, in Prag gefeiert. Heute bekennen sich zu der auch ökumenisch aktiven Kirche in Tschechien rund 1800 Menschen, die in 13 Pfarren an 20 Orten Gottesdienst feiern. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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