Zypern: Georgios (Papachrysostomou) neuer Erzbischof von Zypern

Die Orthodoxe Kirche von Zypern hat ein neues Oberhaupt: Am 8. Januar wurde Erzbischof Georgios (Papachrysostomou) in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia in sein Amt eingeführt. Die Hl. Synode hatte am 24. Dezember abends nach der Göttlichen Liturgie den bisherigen Metropoliten von Paphos zum Nachfolger von Erzbischof Chrysostomos (Dimitriou) gewählt, der im November verstorben war. Georgios hatte die Kirche nach dessen Tod als locum tenens vorübergehend geleitet. Am Gottesdienst zur Amtseinführung nahmen der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades sowie Delegationen verschiedener orthodoxer Lokalkirchen teil. Das Moskauer Patriarchat entsandte keine Delegation. Hintergrund ist der innerorthodoxe Konflikt zwischen Moskau und Konstantinopel um die Gründung und Autokephalie der Orthodoxen Kirche der Ukraine, bei dem sich der verstorbene Erzbischof Chrysostomos nach einigem Zögern an die Seite Konstantinopels gestellt hatte.

Bei der Wahl zum Oberhaupt der Kirche von Zypern hatte Georgios laut Medienberichten elf Stimmen erhalten, Metropolit Athansios (Nikolaou) von Limassol vier, ein Stimmzettel wurde offenbar leer eingelegt. Damit fiel die Wahl auf den Zweitplatzierten der Volkswahl zur Bestimmung der drei Kandidaten, aus denen die Hl. Synode den Erzbischof bestimmt. Die meisten Stimmen bei der Volkswahl hatte Metropolit Athanasios (35,68 Prozent) erhalten, Georgios hatte 18,39 Prozent erreicht.

In einem Brief an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios von Konstantinopel versicherte der neue Erzbischof, dass er diesen ehren, lieben und respektieren werde. Er erklärte seine Verpflichtung gegenüber den Entscheidungen der sieben Ökumenischen Konzile und beteuerte, sich für die Erhaltung der Einheit und Zusammenarbeit der orthodoxen Lokalkirchen einzusetzen. Patriarch Bartholomaios lud in seinem Gratulationsschreiben Erzbischof Georgios ein, gemeinsam für den Schutz des Glaubens und gegen den Ethnophyletismus zu kämpfen.

In einem Interview erklärte der neue Erzbischof, die Kirche von Zypern müsse zu ihrer monastischen Tradition zurückkehren. Häufige Prozessionen mit Reliquien und wundertätigen Ikonen seien nicht Teil der zypriotischen Tradition, sondern dem Einfluss anderer Kirchen entsprungen. Oft gebe es dafür finanzielle Gründe, aber es sei wichtig, die eigene Tradition zu bewahren. Die Hl. Synode werde sich mit dieser Frage beschäftigen und eine „gute Balance“ finden, kündigte Erzbischof Georgios an. (mit Material von Kathpress) (NÖK)

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