Bosnien-Herzegowina: Papst sandte Grußbotschaft an Međugorje-Jugendfestival

. : Bosnien-Herzegowina

Erstmals in seiner Geschichte ist das Internationale Jugendfestival von Međugorje am 1. August mit einer Papst-Botschaft eröffnet worden. Die seit 31 Jahren Anfang August stattfindende Jugendbegegnung im bosnischen Wallfahrtsort trage dazu bei, „eine neue Lebensweise, die im Kontrast zur ‚Kultur des Vorübergehenden‘ steht, zu entdecken“, hob Papst Franziskus in seinen Grußworten hervor. Zudem erklärte er, dass der „Einsatz für die Umsetzung des Evangeliums“ von dem Treffen „belebt“ werde. „Die Kirche braucht euren Impuls, eure Intuition und euren Glauben“, so Franziskus an die vor Ort und via Livestream teilnehmenden Jugendlichen aus aller Welt.

Selbst Luigi Pezzuto, Nuntius von Bosnien und Herzegowina, bezeichnete die von ihm verlesene Botschaft als „Überraschung“. Bislang positionierte sich der Vatikan zu Međugorje wegen der von hier berichteten Marienerscheinungen distanziert, obwohl es sich um eine der größten katholischen Wallfahrtsstätten handelt. Von 1981 an bis heute soll hier eine Gruppe von damals Jugendlichen regelmäßig die Mutter Jesu sehen und Botschaften von ihr empfangen, wobei es bisher keine offizielle kirchliche Position dazu gibt. Papst Franziskus hatte zuletzt mit der Ernennung eines Apostolischen Visitators für die Pfarre und der offiziellen Erlaubnis von Pilgerfahrten dorthin vorsichtige Schritte einer Öffnung gesetzt. Dazu zählte bei den Jugendfestivals 2018 und 2019 die jeweils erstmalige Teilnahme des Nuntius sowie von Kurienerzbischöfen.

Auf die jahrzehntelangen Kontroversen rund um Međugorje hatte der Apostolische Visitator Henryk Hoser bei einer Pressekonferenz vor dem Festivalauftakt verwiesen. Die Erscheinungen wie auch die von den Franziskanern geleitete Seelsorgearbeit vor Ort würden von den einen abgelehnt, von anderen leidenschaftlich befürwortet. Das Motto des Festivals „Kommt und seht!“ sei gewissermaßen eine Antwort darauf, erklärte der aus Polen stammende Erzbischof. Man sollte Međugorje erst nach dem persönlichen Erleben beurteilen.

Der Papst beschrieb in seiner längeren Botschaft die Heilige Maria als faszinierendes Vorbild und als Wegweiser für junge Menschen. In ihrem „Ja“ zu Gott stecke eine große Kraft und eine Ermutigung, ihm „mit Frische und Fügsamkeit nachzufolgen“. Es lohne sich, dafür auch Risiken einzugehen, denn die Begegnung mit Jesus Christus „macht jung und erfüllt alles mit Leben und Sinn“, betonte Franziskus. Das Jugendfestival in Međugorje sei dafür eine Hilfe, „durch Gebet, Katechese und Geschwisterlichkeit, sowie vor allem durch die Möglichkeit der lebendigen Begegnung mit Jesus in der Eucharistie und in der Versöhnung“.

Das Internationale Jugendfestival („Mladifest“) gilt als jährliches Hauptereignis in Međugorje. Die 31. Auflage der knapp einwöchigen Glaubensbegegnung findet aufgrund der Corona-Pandemie in deutlich verkleinertem Rahmen mit Programm nur an den Nachmittagen statt. Bei der Eröffnung präsentierten Mitglieder der örtlichen Franziskanischen Jugendbewegung die Fahnen von 110 Ländern, stellvertretend für die Teilnehmerländer der vergangenen Jahre. Vor Ort anwesend sind dieses Jahr Jugendliche aus Bosnien, Kroatien, Polen, Italien, Ungarn, Spanien, Deutschland und Österreich, wobei eine weitaus größere Zahl von Menschen – die Veranstalter sprechen von mehreren Millionen – den in 20 Sprachen simultanübersetzten Livestream von Radio Mir Međugorje mitverfolgen. Die Katechesen und Gottesdienste werden außer von Pezzuto und Hoser u.a. auch von Kardinal Vinko Puljić, Erzbischof-Koadjutor Tomo Vukšić, Franziskanerprovinzial Miljenko Szeko und Međugorjes Pfarrer Marinko Sakota geleitet. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

Drucken