Kroatien: Erzbischof Uzinić bittet Homosexuelle um Verzeihung

. : Kroatien

Anlässlich des internationalen Tags gegen Homophobie hat Mate Uzinić, Koadjutor-Erzbischof von Rijeka, homosexuelle Menschen um Verzeihung für die Diskriminierung und den Hass seitens katholischer Gläubiger gebeten. Mit Verweis auf das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus bedauerte er, dass sich viele Homosexuelle von der Kirche zurückgewiesen fühlten und nicht die pastorale Leitung bekämen, die ihnen laut „Amoris laetitia“ eigentlich zusteht.

Erzbischof Uzinić nahm in seinem Facebook-Post vom 17. Mai Bezug auf Art. 250 von „Amoris laetitia“, der betont, dass „jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, in seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden soll und sorgsam zu vermeiden ist, ihn in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen oder ihm gar mit Gewalt oder Aggression zu begegnen“. Uzinić kommentierte dies mit den Worten: „Es tut mir leid, dass es noch immer Katholiken gibt, die damit nicht einverstanden sind. Und insbesondere, dass es solche gibt, die glauben, dass sie Christus und der Kirche mit Diskriminierung, Aggression und Gewalt, mit Beleidigungen und Schmähkommentaren auf Kosten homosexueller Personen dienen.“

Neben Zustimmung zu Uzinićs Äußerungen löste der Facebook-Post auch eine Welle beleidigender Kommentare aus, so wurde dem Erzbischof unter anderem vorgeworfen, ein „Verräter“ am katholischen Glauben zu sein. Befeuert wurde dies noch durch mehrere Beiträge auf nicht-offiziell kirchlichen, aber sich als katholisch verstehenden Web-Portalen wie „Vjera i djela“ (Glaube und Werke) oder katholik.hr. Unterstützung erfuhren die Autor*innen dieser Beiträge von Ratko Perić, dem emeritierten Bischof von Mostar-Duvno, der sie als Verteidiger der Moral und des Glaubens der Kirche bezeichnete: „Der wahre Gläubige, Priester und Bischof staunt, wie diese ... katholischen Laien [...] die katholische Kirche, ihren Glauben und Moral, vor einem katholischen Erzbischof verteidigen, der gemäß seines Auftrags mit einer klaren Lehre Christus vertreten sollte, aber in eine Zweideutigkeit gefallen ist, so dass er die LGBT-Vereinigung nicht von den wahren gleichgeschlechtlichen Mühen, von denen sich die Betroffenen befreien und nach dem natürlichen, göttlichen Gesetz leben wollen, unterscheidet oder nicht unterscheiden will.“ (NÖK)

Drucken