Republik Moldau: Orthodoxe Kirche fordert weitere Lockerung der Corona-Maßnahmen

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Der Hl. Synod der Moldauischen Orthodoxen Kirche hat Ministerpräsident Ion Chicu aufgerufen, gemeinsam eine Rückkehr zu regulären Gottesdiensten zu erarbeiten. In seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten vom 19. Mai bemängelte der Hl. Synod, die Kirche sei beim aktuellen Lockerungsschritt bei den Coronavirus-Maßnahmen nicht einbezogen worden. In einem demokratischen Staat sollte die Kirche jedoch bei Fragen, die sie betreffen, beigezogen werden. Andernfalls warnte der Hl. Synod, werde die Kirche den Ministerpräsidenten nicht mehr in der Liturgie kommemorieren.

Von Mitte März bis Mitte Mai war in der Republik Moldau ein Notstandsregime in Kraft, dabei waren Laien zu Gottesdiensten nicht zugelassen. Seit dem 15. Mai dürfen Laien wieder teilnehmen, aber die Liturgie müssen bis zum 30. Juni im Freien stattfinden. Die unvollständige Aufhebung der Einschränkungen sei „skandalös, widerlich und sogar peinlich“, finden die Hierarchen der dem Moskauer Patriarchat unterstehenden Kirche. Schließlich dürften die Menschen wieder den öffentlichen Verkehr benutzen und in Läden und Restaurants gehen. Zudem waren die Bischöfe enttäuscht, dass einige Priester wegen Verstößen gegen die Coronavirsu-Maßnahmen gebüßt wurden.

In seinem Schreiben forderte der Hl. Synod die staatlichen Behörden zudem auf, dass eine künftige Coronavirus-Impfung freiwillig sein müsse. Laut der moldauischen Verfassung dürfe keine Impfung verpflichtend sein. Die Hierarchen verwiesen dabei auch auf „zusätzliche Informationen über die künftige Einführung von Chips in den Organismus des Menschen mittels Impfung“. In vielen europäischen Ländern protestiere die Gesellschaft gegen eine Impfpflicht, insbesondere gegen Covid-19, weil sie sie „als Mittel ansehen, durch das das globale anti-christliche System in die Körper der Menschen einführen will, um sie mithilfe der 5G-Technologie zu kontrollieren“. Hauptverantwortlich dafür sei Bill Gates, der die Technologie für das Mikrochippen durch Impfen geschaffen habe.

Ministerpräsident Chicu antwortete, die Einschränkungen für Gottesdienste würden solange beibehalten, wie es die epidemiologische Situation erfordere. Er rief die Bürger auf Facebook auf, für „die Klarheit des Geistes und die Gesundheit der Menschen zu beten, darunter auch für Beamte und Vertreter der Kirche“. Die Krise zeige, wie wichtig ein gutes Bildungssystem sei. In einer „aufgeklärten Gesellschaft würden solche ‚Warnungen‘ nicht auftauchen“, schrieb er in seinem Post. Er rief zudem zu Barmherzigkeit und Verständnis auf. Jedem könne es passieren, dass der Verstand von Instinkten und Versuchungen getrübt werde. (NÖK)

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