Rumänien: Debatte über Taufritus nach Tod eines Säuglings

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In Suceava ist ein sechs Wochen altes Baby nach seiner Taufe gestorben. Nachdem es drei Mal im Wasser untergetaucht worden war, erlitt es einen Herzstillstand. Später starb es im Krankenhaus, wo auch Wasser in seiner Lunge gefunden wurde. Die Tragödie hat ein großes Medienecho und Debatten über die Form der Taufzeremonie ausgelöst. Gegen den Priester, der die Taufe durchführte, sind polizeiliche Ermittlungen wegen Totschlags eingeleitet worden.

Seit dem Vorfall haben rund 60‘000 Personen eine Petition unterzeichnet, die fordert, die Taufzeremonie zu ändern. Statt den Täufling vollständig unterzutauchen, solle sein Kopf benetzt werden. Damit sollten unnötige Risken vermieden werden. Offen für Reformen zeigt sich Erzbischof Calinic (Argatu) von Argeş. Er glaubt, die Praxis des vollständigen Untertauchens werde in Zukunft überdacht. Diese sei für Erwachsene angemessen, aber es gebe auch andere Möglichkeiten. Er habe in seiner Zeit als Priester jeweils die Füße des Babys ins Wasser getaucht und Wasser auf seinen Kopf gesprenkelt. Kategorisch gegen jegliche Änderungen ist hingegen Erzbischof Teodosie (Petrescu) von Tomis, der für seine konservativen Positionen bekannt ist. Die Rumänische Orthodoxe Kirche (RumOK) werde sich nicht „einschüchtern lassen“.

Offiziell drückte die RumOK über den Patriarchatssprecher Vasile Bănescu der Familie ihr Mitgefühl aus. Das Untertauchen dauere zwei bis drei Sekunden, dabei würden Nacken und Rücken des Babys gestützt. Mund und Nase bedecke der Priester mit seiner Hand, damit es kein Wasser einatmen könne, erklärte Bănescu. Es sei aber auch möglich, drei Mal Wasser über den Kopf des Täuflings zu gießen, wenn dessen Gesundheit das erfordere. Er forderte eine sofortige interne Untersuchung des Vorfalls.

Die Erzdiözese Suceava teilte mit, dass sie bereits eine Untersuchung eingeleitet habe. Sie habe den Priester und die an der Taufe Anwesenden kontaktiert, um die genauen Umstände zu ermitteln. Der betroffene Priester wurde 2007 geweiht. Seiner Ansicht nach sei die Temperatur in der Kirche und des Wassers angemessen gewesen. Das einzige Problem, von dem er gewusst habe, sei, dass das Kind zu früh geboren worden war. (NÖK)

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