Griechenland: Immer mehr russische Pilger auf dem Heiligen Berg Athos

Rund 60 Prozent der Pilger auf dem Heiligen Berg Athos im Jahr 2017 kamen aus Russland. Das teilen übereinstimmend die Moskauer Agentur Interfax-Tourismus und die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr mit. Damit entspricht der russische Zustrom in die orthodoxe Klosterrepublik in Nordgriechenland wieder fast der Größenordnung vor dem Ersten Weltkrieg bzw. der Oktoberrevolution, als rund 70 Prozent der Athos-Wallfahrer aus dem Zarenreich gekommen waren.

Prinzipiell wird zwar von der Athos-Regierung Hiera Epistasia schon seit Jahren nur mehr täglich zehn Ausländern die Einreise für längstens eine Woche gestattet. Diese Einschränkung gilt aber nur für jene, die individuell beim Athos-Büro in Saloniki um ein Pilgervisum ansuchen. Hingegen steht es Klöstern und sogar Einsiedlern frei, sich eine unbeschränkte Zahl von Gästen für beliebige Zeit einzuladen. Die große Zahl der Athos-Besucher aus Russland kommt daher auf Einladung des Klosters St. Panteleimon und kleinerer russischer Niederlassungen auf den Heiligen Berg.

In ganz Griechenland hat sich der Anteil der Besucher aus Russland in den vergangenen fünf Jahren von 8 auf 22 Prozent der Touristen erhöht. Die meisten von ihnen kommen als Badegäste ans Meer, verbinden ihren Urlaub jedoch mit dem Besuch religiöser Stätten von gesamtorthodoxer Bedeutung. An erster Stelle steht dabei - noch vor der Apokalypse-Insel Patmos - der Wallfahrtsort zum "Heiligen Johannes dem Russen" auf Euböa. Es handelt sich um einen russischen Kriegsgefangenen der Türken im 18. Jahrhundert, der sich trotz Folterungen jeder Art nicht zur Annahme des Islam zwingen ließ. Seine Reliquien wurden 1924 bei der Christenvertreibung aus der Türkei nach Griechenland gebracht. (Quelle: © 2016 KNA. Alle Rechte vorbehalten.)

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