Bosnien-Herzegowina: Međugorje-Jugendfestival endet mit Appell zur Glaubensweitergabe

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Mit einem großen Sendungsgottesdienst am Abend des 5. August und einer Bergmesse am frühen Morgen des 6. August ist in Međugorje das 33. Internationale Jugendfestival („Mladifest“) zu Ende gegangen. Der Päpstliche Visitator für den bosnischen Marienwallfahrtsort, Aldo Cavalli, verglich dabei die bevorstehende Rückkehr in die Heimat für die rund 50‘000 anwesenden Jugendlichen aus 70 Ländern  mit dem Moment der Entsendung der Apostel in den Evangelienberichten. „Geht in alle Länder der Welt und verkündet, was ihr hier in Međugorje gesehen und gehört habt“, sagte der italienische Erzbischof.

Das am 1. August gestartete Jugendfestival stand unter dem Motto des Jesus-Wortes „Lernt von mir, und ihr werdet Frieden finden“. Kernelement bildete jeweils ein umfangreiches spirituelles Abendprogramm, das von einem großen Chor und Orchestern mit Mitgliedern aus 20 Nationen umrahmt wurde, sowie Katechesen und Glaubenszeugnisse an den Vormittagen. Dabei sprach unter anderem der Generalminister des weltweiten Franziskanerordens, Massimo Fusarelli. Christlicher Glaube sei lebendige Begegnung und verändere das Leben, sagte der Ordensobere. Den versammelten Jugendlichen dankte er für ihr „Zeugnis des Glaubens und des Gebetes“.

Aus der Gruppe der „Seher“ der berichteten Marienerscheinungen von Međugorje war beim Jugendfestival nur Jakov Čolo präsent. Der 51-Jährige erzählte von seinen Erfahrungen bei der von ihm geleiteten pfarrlichen Hilfsorganisation „Hände Mariens“ (Marijine Ruke). Die Organisation unterstützt derzeit unter Mithilfe von 60 Freiwilligen rund 700 bedürftige Familien in der Herzegowina mit Hilfsleistungen von Lebensmittelpaketen und Begleitung beim Arztbesuch bis hin zur Hilfe beim Hausputz und sogar Hausbau; weiters betreibt sie eine Volksküche in der nahe Međugorje gelegenen Stadt Ljubuški. Christsein müsse sich immer auch im konkreten Handeln bemerkbar machen, unterstrich Čolo, der die Jugendlichen zu Einsätzen in Volontariaten ermutigte.

Međugorjes Ortspfarrer Marinko Sakota, der durch das gesamte Jugendfestival geführt hatte, fasste bei seiner Predigt beim Abschlussgottesdienst die während der Woche gehörten Lebenszeugnisse als Beispiele für „Planänderungen Gottes“ zusammen. Gott begegne den Menschen im Unerwarteten und Paradoxen, woraus immer Neues möglich werde, „wenn er auf ein geöffnetes Herz trifft“. Um im geistigen Leben voranzukommen, biete Gott dem Menschen vor allem das Gebet, die Eucharistie, die Beichte, das Fasten und die Heilige Schrift an. Wer diese „Perlen“ und „Medikamente“ für sich entdecke – worin Međugorje vielen Menschen eine Hilfe biete – erfahre selbst in schwierigen Lebenssituationen inneren Frieden und Freude.

Eine Premiere des Treffens war die Teilnahme des zuständigen Ordinarius von Mostar, dem seit Herbst 2020 im Amt befindlichen Bischof Petar Palić. Er wie auch der päpstliche Visitator für Međugorje, Erzbischof Aldo Cavelli, dankten Pfarrer Sakota, der nach zwölf Jahren die Leitung der Pfarre mit Anfang September an seinen Nachfolger P. Zvonimir Pavičić übergibt, für seinen Einsatz. Neben Erzbischof Cavalli und Bischof Perić waren beim Jugendfestival auch der Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Juan Jose Omella, sowie Bischöfe aus Italien, Irland, Frankreich, der Ukraine, Albanien, Polen und aus Paraguay zugegen. Bei den abendlichen Eucharistiefeiern konzelebrierten bis zu 564 Priester. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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