Kroatien: Pandemie und Erdbeben dominieren Bischofssitzung

. : Kroatien, Bosnien-Herzegowina

An der gemeinsamen Sitzung der Bischofskonferenzen von Kroatien und Bosnien-Herzegowina standen die aktuell dominanten Themen Coronavirus-Pandemie und die Erdbeben in Kroatien im vergangenen Jahr im Fokus. Besprochen wurden aber auch andere Themen, die beide Bischofskonferenzen betreffen, wie das Päpstliche Kroatische Kollegium des Hl. Jeronim in Rom, liturgische Fragen und die kroatische Diaspora.

Erzbischof Želimir Puljić von Zadar, der Vorsitzende der kroatischen Bischofskonferenz, ging insbesondere auf die Erdbeben in Kroatien ein. Zunächst richtete ein Beben im März 2020 in der Hauptstadt Zagreb und ihrer Umgebung beträchtliche Schäden an, Ende Dezember traf eine Serie von Erdbeben die Region südlich von Zagreb hart. Die Bilder des Unglücks Ende Jahr seien traurig gewesen, es habe aber auch „andere, schöne, positive Erlebnisse gegeben, die ein ‚Festival der Güte‘ hervorbrachten“. Neben der Unterstützung durch kirchliche Institutionen in Kroatien und im Ausland, betonte Erzbischof Puljić vor allem das „Engagement von Gläubigen und Menschen guten Willens in Bosnien-Herzegowina“, die kürzlich mit ihren Spenden ihre Solidarität mit den Betroffenen gezeigt hätten. Die schwierige Zeit der Pandemie und der Erdbeben fordere von den Bischöfen zusätzliche Anstrengungen, um den Menschen angesichts ihrer Schwierigkeiten zu helfen, „Gründe zur Hoffnung“ zu finden und sich auch unter diesen Umständen „zuhause zu fühlen“. Besonders schön sei, dass das Unglück die Gemeinschaft im In- und Ausland gestärkt habe.

Kardinal Vinko Puljić, der Erzbischof von Sarajewo und Vorsitzende der Bischofskonferenz von Bosnien-Herzegowina, betonte in seiner Rede die Auswirkungen der Pandemie auf das „persönliche und gemeinschaftliche Leben“. Trotzdem sei es im letzten Jahr in Bosnien-Herzegowina gelungen, Firmungen und die wichtigsten pastoralen Programme durchzuführen. Bei den Wahlen hätten sich die üblichen Probleme gezeigt. Außerdem dankte er allen für die „Gebets- und jede andere Unterstützung“, als er in Sarajewo eine Messe zum Gedenken an Bleiburg feierte und deswegen „medial gelyncht“ worden sei. Erfreut zeigte er sich über die Solidarität der Gläubigen in Bosnien-Herzegowina, von denen viele ärmlich lebten, gegenüber den Erdbebenopfern in Kroatien.

Kardinal Josip Bozanić, Erzbischof von Zagreb und stellvertretender Vorsitzender der kroatischen Bischofskonferenz, sprach insbesondere das europaweite Gedenken der katholischen Kirche an die Corona-Opfer an. Der Rat der europäischen Bischofskonferenzen habe eine Initiative lanciert, während der Fastenzeit eine „Gebetskette“ für die Opfer der Pandemie in ganz Europa zu bilden. In Bosnien-Herzegowina sei der 20. Februar dazu bestimmt worden, in Kroatien der 24. Februar.

Die Gedenkmesse in Zagreb leitete Kardinal Bozanić. In seiner Predigt erklärte er, die Pandemie habe das Bewusstsein dafür geweckt, dass das „Unglück eines Einzelnen die ganze Gemeinschaft trifft“. Er zitierte Papst Franziskus‘ Worte, dass die Pandemie „unsere Verwundbarkeit entlarvt und jene falschen und überflüssigen Sicherheiten sichtbar macht, auf denen wir unsere Pläne, unsere Projekte, unsere Gewohnheiten und Prioritäten gebaut haben“. Die Pandemie habe „schwere Folgen für das ganze Leben“, fügte Bozanić hinzu. Abschließend dankte er Gott für alle „Helden und Herolden der christlichen Liebe“, die während der Pandemie ihren Mitmenschen geholfen haben. (NÖK)

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