Nordmakedonien: Bartholomaios will vorerst keine Autokephalie gewähren

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Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios will der Makedonischen Orthodoxen Kirche (MOK) vorerst keine Autokephalie gewähren. Es sei „keine Frage“ der Autokephalie, sondern der „Heilung eines Schismas“, erklärte das Patriarchat von Konstantinopel. Das Problem der MOK bestehe schon seit Jahrzehnten, und das Ökumenische Patriarchat „als Mutterkirche aller Kirchen auf dem Balkan“ habe viele Bemühungen zur Lösung des Schismas unternommen. Nun sei die Angelegenheit aber in ein neues Stadium getreten, weil die Staatsführung Nordmakedoniens sich an Patriarch Bartholomaios gewandt habe.

Ende September hatten im Abstand von wenigen Tagen der nordmakedonische Präsident Stevo Pendarovski und Ministerpräsident Zoran Zaev die Bitte an Bartholomaios gerichtet, der MOK die Autokephalie zuzuerkennen. Bereits im Januar 2020 hatten Zaev und der damalige Ministerpräsident Oliver Spasovski in dieser Angelegenheit Bartholomaios in Istanbul besucht. Damals kündigte Bartholomaios an, Vertreter der MOK und der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK), von der sich die MOK abgespalten hat, zu Gesprächen nach Istanbul einzuladen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. Nun erklärte das Patriarchat, dass die SOK auf Kontaktversuche in der Frage bisher nicht eingegangen sei. Dabei hatte die SOK an ihrer Bischofsversammlung im Mai 2019 entschieden, den Dialog mit der MOK weiterzuführen.

Die MOK hatte sich 1967 von der SOK abgespalten und einseitig für autokephal erklärt, von den übrigen orthodoxen Kirchen wird sie nicht anerkannt. Seit einer Beinahe-Einigung 2002 bestehen in Nordmakedonien die unkanonische, aber mitgliederstarke MOK und die Erzdiözese Ohrid, die Teil der SOK ist. 2017 hatte sich die MOK mit der Bitte an die Bulgarische Orthodoxe Kirche (BOK) gewandt, sie bei ihren Bemühungen um die Anerkennung ihrer Autokephalie zu unterstützen. Darauf war die BOK zwar – sehr zum Ärger der SOK und der Griechischen Orthodoxen Kirche – eingegangen, es kam aber zu keinen konkreten Fortschritten. 2018 wandte sich die MOK direkt mit der Bitte an das Ökumenische Patriarchat, ihren kanonischen Status zu klären.

In der Sendung „Kirche und Welt“ zog Metropolit Ilarion (Alfejev), der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Parallelen zur Verleihung der Autokephalie an die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) durch Patriarch Bartholomaios. Er warnte vor einem analogen Vorgehen in Nordmakedonien, denn die Spaltung in der Ukraine sei nicht nur nicht aufgehoben worden, sondern habe sich im Gegenteil sogar vertieft. Die Befürchtung, dass das Ökumenische Patriarchat in Nordmakedonien ähnlich auftreten könnte wie in der Ukraine, ist ein Grund, warum die SOK eine Anerkennung der OKU bisher strikt ablehnt. (NÖK)

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