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Slowakei: Nuntius würdigt Čaputovás "unauslöschliche Spuren"

22. Februar 2024

Der Apostolische Nuntius in der Slowakischen Republik, Erzbischof Nicola Girasoli (67), hat beim Neujahrsempfang von Präsidentin Zuzana Čaputová (50) ungewöhnliche Worte der Wertschätzung für das Ende Juni aus dem Amt scheidende Staatsoberhaupt gefunden. Als Doyen des Diplomatischen Corps seien seine Glückwünsche an Čaputová diesmal mit einem „Gefühl des Dankes“ verbunden. Im Leben seien „nicht die Schritte wichtig, die wir gehen, sondern die Spuren, die wir hinterlassen. In Wirklichkeit verwehen die Schritte leicht mit dem Wind, die Spuren aber bleiben auf immer bestehen und Sie, eure Exzellenz, hinterlassen als Präsidentin der Slowakei unauslöschliche Spuren in der Geschichte und in den Herzen dieses schönen Landes“.

Girasoli (67), der den Heiligen Stuhl in der Slowakei seit dem 2. Juli 2022 vertritt, spielte damit auf das gute Verhältnis der Präsidentin zu Papst Franziskus (87) an, der sie zweimal im Vatikan empfangen und der Slowakei im September 2021 einen viertägigen Besuch abgestattet hat. Er nahm damit auch zum aktuellen Wahlkampf Stellung, in dem sich als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge der deklariert liberal-demokratischen Čaputová der ähnlich gesinnte frühere Außenminister und Botschafter in Deutschland, bei der Europäischen Union und in den USA Ivan Korčok (59) bewirbt. Sein aussichtsreichster Gegenkandidat, der frühere Ministerpräsident und jetzige Präsident des Nationalrats, Peter Pellegrini, hat sich bei der Regierungsbildung nach den Wahlen vom 30. September 2023 einer möglichen Koalition mit liberalen und christdemokratischen Parteien verweigert und stattdessen ein Bündnis mit links- und nationalpopulistischen Parteien geschlossen.

Die klaren Worte des Nuntius sind aber auch von innerkirchlicher Bedeutung. Ein wesentlicher Bestandteil des Papstbesuchs von 2021 war die Rehabilitierung des umstrittenen Erzbischofs Róbert Bezák, der im Präsidentenwahlkampf 2019 Zuzana Čaputová als für Christen wählbar bezeichnet hatte. Mit liberalen Kräften zu kooperieren bedeutet also nicht, so das Fazit von Girasolis Rede, alle liberalen Positionen mitzutragen, sehr wohl aber mit liberalen Kräften gemeinsame Sache zu machen, wenn es die Bekämpfung von Korruption, Kriminalität und autoritären Versuchungen erfordert: „Die Einheit, deren Bestandteil auch die Respektierung der Verschiedenheit ist“, sei „sehr wichtig für die Stärkung des Dialogs zwischen den Generationen und am meisten für die Erneuerung des wechselseitigen Vertrauens“. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)