Deutschland: Neuer serbisch-orthodoxer Bischof für Deutschland

So schnell hat Generalvikar Milan Pejic nach eigenen Worten nicht mit einem neuen Bischof gerechnet. "Wir freuen uns sehr", fügt er gegenüber KNA-ÖKI hinzu. Nach heftigen Querelen hatte die Vollversammlung der serbisch-orthodoxen Bischöfe im Mai 2017 dem Bischof der deutschen Diözese, Sergije Karanovic, von seinem Amt entbunden und ihm das bosnische Bistum Petrovac übertragen. Seither leitete der Wiener Bischof Andrej Cilerdzic als Administrator die deutsche Diözese.

Auf ihrer Vollversammlung in Belgrad wählten die Bischöfe nun Grigorije Durić (50), bisher Bischof von Zahum und Herzegowina, zum Oberhirten der serbisch-orthodoxen Christen in Deutschland. Grigorije stammt aus Bosnien. Anders als der bisherige Administrator, der in Osnabrück geboren wurde, spricht er bisher kein Deutsch. Er studierte in Belgrad und Athen Theologie. Nach Stationen unter anderem im Kloster Ostrog in Montenegro wurde er 1999 zum Bischof von Zahum und Herzegowina ernannt. Pejic zufolge verfügt Grigorije über Erfahrung im Dialog mit Muslimen und Katholiken. In seinem Bistum habe er gemeinsam mit Muslimen das Fastenbrechen gefeiert.

Die Beziehungen zwischen der Islamischen Gemeinschaft und der serbisch-orthodoxen Kirche waren lange belastet. Grigorije selbst warf den Muslimen einst vor, Bosnien-Herzegowina in einen islamischen Staat verwandeln zu wollen. Bis zur Zerstörung Mostars im Krieg 1992 hatte die Diözese ihren Sitz in der Metropole Herzegowinas. Grigorije machte sich erfolgreich für die Rückkehr von Trebinje nach Mostar stark. Viel mehr ist über den neuen Bischof für Deutschland nicht bekannt. Wann er sein Bischofsamt in Deutschland antritt, steht noch nicht fest.

Administrator Andrej hatte im Herbst 2017 am Sitz der Diözese in Hildesheim-Himmelsthür wieder ein Frauenkloster eröffnet. Es war vor rund 30 Jahren geschlossen worden. In Deutschland gibt es momentan nur sehr wenige Frauenkloster, etwa ein russisches und ein rumänisches.

Die serbisch-orthodoxen Bischöfe lobten in ihrer Abschlusserklärung die "korrekte und konstruktive" Zusammenarbeit mit Katholiken und Protestanten. Sie kritisieren allerdings, dass etliche katholische Bischöfe in Kroatien nationalistische Trendenzen unterstützen würden. Sie drückten die Hoffnung aus, dass die Bischöfe, die dem Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils folgten, mehr Einfluss gewinnen und die katholischen Gläubigen auf den richtigen Weg führen. (© 2016 KNA. Alle Rechte vorbehalten.)

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