Belarus: Sprecher der orthodoxen Kirche zurückgetreten

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Erzpriester Sergey Lepin, der Leiter der synodalen Informationsabteilung der Belarusischen Orthodoxen Kirche (BOK), ist von seinem Posten zurückgetreten. Er habe seinen Rücktritt „auf eigenen Wunsch“ eingereicht. Nach fast zehn Jahren auf diesem Posten liege ihm das Wohlergehen der Informationsabteilung sehr am Herzen und er hoffe, dass es seinem Nachfolger gut ergehe. Seinen Dienst in der BOK setze er fort, aber in etwas anderer Funktion. Nähere Gründe für seinen Rücktritt gab Lepin nicht an.

Auf der Website der BOK wurde lediglich mitgeteilt, dass Metropolit Veniamin (Tupeko) von Minsk Lepins Rücktrittsgesuch angenommen habe und ihm für seine langjährige Arbeit danke. Zum neuen Leiter der synodalen Informationsabteilung ernannte Veniamin Mönchpriester Afanasij (Sokolov). Kurz vor seinem Rücktritt war Lepin von der belarusischen Generalstaatsanwaltschaft verwarnt worden. Grund dafür war, dass er auf Facebook die Zerstörung eines Mahnmals für Raman Bandarenka, einen ermordeten Demonstranten, durch die Sicherheitskräfte kritisiert hatte. Am 23. November hat zudem offenbar der Erzbischof Gurij (Apalko) von Navahrudak und Slonim den Geistlichen seiner Eparchie verboten, an politischen Aktionen teilzunehmen und sich politisch zu äußern.

Die römisch-katholischen Bischöfe von Belarus veröffentlichten am 25. November ein Statement gegen Gewalt. Darin verurteilen sie „Gewalt, Gesetzlosigkeit, Ungerechtigkeit und Unwahrheit“ und rufen zu einer „friedlichen Lösung der aufgetretenen Probleme auf dem Weg des Dialogs und im Geist der Liebe zu Gott und dem Nächsten sowie der Befolgung der göttlichen und menschlichen Gesetze“ auf. (NÖK)

Aufbruch ins Ungewisse: Die Kirchen und die Proteste in Belarus

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