Russland: Patriarch von Jerusalem schlägt panorthodoxes Treffen zur Ukraine vor

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Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., hat zu einem Treffen der Vorsteher der orthodoxen Lokalkirchen aufgerufen. Als „Hüter der orthodoxen Einheit“ fühle sich das Patriarchat von Jerusalem verpflichtet, seine „tiefe Sorge über die aktuellen Schwierigkeiten“ im Leben der Kirche und „über die drohenden Gefahren, in denen wir uns aufgrund unserer unglücklichen Spaltungen befinden“, auszudrücken. Deshalb lade er die orthodoxen Oberhäupter an den Sitz seines Patriarchats in Jordanien ein, um über die Bewahrung der Einheit zu beraten, wie Theophilos am 21. November in Moskau sagte.

Anlass für Theophilos‘ Besuch in Moskau war die jährliche Verleihung des Patriarch Alexij II. gewidmeten Preises der Internationalen Stiftung für die Einheit der orthodoxen christlichen Nationen. Theophilos erhielt den Preis für das Jahr 2018 für seine „herausragende Arbeit bei der Stärkung der Einheit der orthodoxen Nationen“ und „für die Bekräftigung und Förderung christlicher Werte im gesellschaftlichen Leben“. Bei der Preisverleihung betonte der russische Patriarch Kirill die besondere Stellung der Kirche von Jerusalem als der „gemeinsamen Mutter aller Kirchen“. Er würdigte Theophilos‘ „unerschütterliche Festigkeit in der Befolgung der kanonischen Ordnung, seine pastorale Weisheit und Vernunft“, die ihm in der Weltorthodoxie Respekt und Autorität verschafft hätten.

Die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) begrüßte den Vorschlag. Metropolit Ilarion (Alfejev), der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, betonte gegenüber Journalisten die „sehr positive“ Beurteilung der Initiative in der ROK. Man sei froh, dass gerade das Oberhaupt der Kirche von Jerusalem, als „Mutter aller Kirchen“, sie ergriffen habe. Er hoffe, die anderen orthodoxen Kirchen würden sie ebenfalls unterstützen und die Ukraine-Frage werde „schließlich auf panorthodoxer Ebene betrachtet, um eine panorthodoxe Lösung zu finden“. Auch Ilarions Stellvertreter, Erzpriester Nikolaj Balaschov, betonte, man sei dankbar für die Initiative des Patriarchen von Jerusalem. „Jemand muss anfangen und andere Kirchenoberhäupter einladen, um die angestauten Schwierigkeiten und Differenzen zu diskutieren“, sagte er gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Für ein panorthodoxes Treffen wirbt auch das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche von Albanien, Erzbischof Anastasios (Yannoulatos). Er rief die Lokalkirchen auf, im Geist des Weihnachtsfests zusammenzukommen, um eine panorthodoxe Lösung für die ukrainische Krise zu finden. Stattdessen „herrscht eine besorgniserregende Stille in den meisten orthodoxen Kirchen“, und politischer Druck auf beiden Seiten schade der Autorität der Kirche. Der ROK warf er vor, die Eucharistie als Druckmittel missbraucht zu haben. Die entstandene „ethno-rassische Fragmentierung“ (in Griechen, und Slawen) schade dem „multinationalen, multikulturellen und ökumenischen Charakter der Orthodoxie“ sehr. Die Zeit heile nicht unbedingt Schismen, daher sei es dringend nötig, die Polarisierung zu überwinden. Die Initiative sieht Anastasios beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, doch auch alle orthodoxen Kirchen stünden in der Verantwortung. Das Schreiben ist auf den 20. November datiert, also einen Tag vor Theophilos‘ Einladung, und nimmt deshalb keinen Bezug auf diese.

Auf Ablehnung stößt Theophilos‘ Initiative bei der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU). Sie spricht ihm das Recht ab, zu einem panorthodoxen Treffen einzuladen, dazu sei nur Bartholomaios berechtigt. Zudem geht sie davon aus, dass der Vorschlag auf Wunsch des Moskauer Patriarchats gemacht worden ist und keine eigenständige Handlung darstelle. Nach Theophilos‘ Vorschlag hat die ROK den Termin für die Sitzung des Hl. Synods, die am 22. November hätte stattfinden sollen, auf Dezember verschoben. Es wird erwartet, dass der Hl. Synod dabei Stellung zur Anerkennung der OKU durch das Patriarchat von Alexandria bezieht.

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