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Veranstaltungsreihe: FORUM RES SACRA. Orthodoxe Kunst, Wissenschaft und Religion im aktuellen Dialog

Interdisziplinäre Veranstaltungsreihe und Ausstellung mit verborgenen Ikonenschätzen aus Schweizer Museums- und Klosterarchiven

10. Dezember 2026 - 9. Januar 2027
Philosophicum
Ackermannshof, St. Johanns-Vorstadt 19-21
4056 Basel

Öffnungszeiten Ausstellung:
Montag bis Freitag: 14:00 – 18:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr
(Ausnahmen: Samstag 12. Dezember und Samstag 9. Januar)

Die Ursprünge und die kulturelle Bedeutung des orthodoxen Kulturerbes für das westliche Christentum sind heute nur noch wenigen Menschen bewusst. Dabei prägen seine Einflüsse unseren Alltag bis heute. So bezeichnen wir besonders bekannte und erfolgreiche Persönlichkeiten als «Ikonen», ohne zu wissen, woher dieser Begriff stammt. Ebenso haben wir die Vorstellung von Bildern als Zugang zu einer anderen Wirklichkeit oder als Moment der Intimität mit den Malenden verinnerlicht. Auch diese emotionale Dimension hat ihren Ursprung in der Ikone. Nicht zuletzt sind sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede der verschiedenen christlichen Konfessionen im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben heute stark unterrepräsentiert. Hier setzt FORUM RES SACRA an: Ziel ist es, einen interkonfessionellen und interreligiösen Dialog anzustossen – wofür Basel als Stadt des Konzils einen besonders geeigneten Ort darstellt.

Ausgehend von der Präsentation wertvoller sakraler Objekte möchte die begleitende Veranstaltungsreihe – im Sinne des antiken Forums – einen Raum eröffnen, der sowohl stille Begegnungen als auch eine lebendige Auseinandersetzung mit der Wirkkraft und Bedeutung dieser Werke ermöglicht. Dabei werden die Exponate in erster Linie als Kultobjekte und erst in zweiter Linie als Kunstobjekte verstanden. Im Mittelalter wurden solche Werke als wirkmächtige Gegenstände geschaffen – als Gott gewidmetes Eigentum mit erkenntnisfördernden Eigenschaften. Sie waren in den sakralen Raumkontext eingebunden, wurden berührt, getragen und aktiv in liturgische Handlungen einbezogen. Prof. Dr. Michele Bacci (Universität Fribourg, Schweiz) bezeichnet ein christliches Artefakt in diesem Zusammenhang als «Res Sacra». In Anlehnung an dieses Verständnis erscheint der Begriff RES SACRA zur Bezeichnung der Ausstellungsgegenstände treffender als beispielsweise «Ars Sacra».

Die Exponate stammen aus den Depots des Musée d’Art et d’Histoire in Genf, des Museums Burghalde in Lenzburg, des Musée Alexis Forel in Morges, des Musée d’Art Chrétien du Patriarcat Oecuménique in Chambésy (GE), des Historischen Museum Basel, des Kunstmuseums St. Gallen (Sammlung Gürtler), Vitromusée Romont, Ikonenmuseum Recklinghausen (D) sowie aus verschiedenen Schweizer Privatsammlungen und Klosterbeständen aus: Kloster Mariastein (SO), Beinwil (SO), Baldegg (SO), Syrisch-Orthodoxes Kloster Mor Avgin (SZ).
Das interdisziplinäre Projekt präsentiert erstmals christliche Artefakte, die über viele Jahre im Verborgenen der Museumsdepots aufbewahrt wurden und bisher kaum öffentlich zugänglich waren. Die Sichtbarmachung dieser Kultobjekte, die wesentliche Einblicke in die grundlegenden Ideen der christlichen Philosophie vermitteln, gewinnt sowohl für das heutige Glaubensverständnis als auch für die kunsthistorische Auseinandersetzung zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen des Projekts werden diese Zusammenhänge sichtbar gemacht und zur Diskussion gestellt.

In einer Zeit, in der sich die abrahamitischen Religionen in verschiedenen Teilen der Welt in Konflikten gegenüberstehen und dadurch nicht selten zu einer wachsenden Skepsis gegenüber dem Sakralen beitragen, besitzt ein solches kulturell-religiöses Projekt besondere Aktualität. Als Plattform für den Austausch zwischen den christlichen Konfessionen sowie für den Dialog mit Vertretern aus Kultur, Spiritualität und Wissenschaft, die sich mit dem Phänomen der Ikone beschäftigen, kann FORUM RES SACRA zu einem Ort der Bildung und Begegnung werden. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierungen setzt das Projekt ein Zeichen für Verständigung und Versöhnung. Gerade die vertiefte Auseinandersetzung mit  sakraler Kunst eröffnet neue Perspektiven und kann dazu beitragen, die zentralen Botschaften des christlichen Glaubens auf zeitgemässe Weise neu zu erschliessen und im ökumenischen Sinn zu vermitteln.

Der 2018 gegründete Verein ICONARIUM widmet sich der systematischen Erfassung, Dokumentation und wissenschaftlichen Aufarbeitung sakraler Artefakte des Mittelalters und der Neuzeit, insbesondere von Ikonen aus Osteuropa, dem Nahen Osten und Ostafrika (Ägypten, Äthiopien, Eritrea, Libanon, Syrien u.a.) in Schweizer Sammlungen. Ein zentrales Anliegen des Vereins ist der Erhalt dieses kulturellen Erbes, das sich heute überwiegend in Privatbesitz befindet.

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Informationen auf der Website des Vereins Iconarium