Publikationen
RGOW 6/2025: Faszination und Instrumentalisierung. Sport und seine gesellschaftlichen Dimensionen
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA gehört zu den größten Sportevents weltweit. Sport fasziniert, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Alltagskultur und beeinflusst zahlreiche gesellschaftliche Bereiche. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass Sport von politischer Seite in Anspruch genommen wird. So spielt Kampfsport in Russland als Mittel der außenpolitischen Soft Power eine wichtige Rolle. Über Posten in zahlreichen internationalen Sportverbänden übt Russland aber weit darüber hinaus Einfluss in der Sportwelt aus. Für den abgewählten ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán war Fußball ein wichtiges politisches Instrument. Fußball kann allerdings nicht nur den Mächtigen dienen: Zu Sowjetzeiten war Fußball in der Ukraine eine der wenigen Möglichkeiten, nationale Zugehörigkeit zu leben.
Review of Ecumenical Studies Vol. 17, 3 (2025): Sakralisierung des Kriegs
Der am 24. Februar 2022 erfolgte völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine und die damit verbundene Legitimierung dieses Krieges durch das Moskauer Patriarchat haben zu einer Tagung Anlass gegeben, die am 11./12. Oktober 2024 an der Universität Göttingen stattfand und dem Thema „Sakralisierung des Krieges“ gewidmet war. Eine Auswahl von Beiträgen dieser Tagung ist in der vorliegenden Ausgabe versammelt. Sie nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen historischen Perspektiven, zeigen aktuelle Entwicklungen auf und fragen nach den ökumenischen Konsequenzen.
RGOW 5/2026: Licht ins Dunkel. Macht und Missbrauch in den Kirchen
Licht ins unfassbare Dunkel zu bringen ist mittlerweile in vielen Ländern die Aufgabe von Untersuchungskommissionen zum Thema sexuellen Missbrauchs durch Geistliche. Initiiert wird die Aufarbeitung zumeist durch Betroffene, die nicht mehr schweigen wollen, und durch hartnäckige Journalisten. Dagegen war vielen stummen Mitwissenden innerhalb der kirchlichen Institutionen deren guter Ruf lange Zeit wichtiger als Schutz und Hilfe für die Opfer. Alle Studien zeigen deutlich, dass es sich nirgendwo um Einzelfälle handelt: Sexueller Missbrauch geschieht in einem klerikalen, hierarchisch-autoritären System.
Dass es sich dabei nicht nur um ein „katholisches Problem“ handelt, hat die ForuM-Studie von 2024 zur Evangelischen Kirche in Deutschland gezeigt. Noch keinerlei Studien zum Thema gibt es bezüglich der orthodoxen Kirchen. Die bekannten Einzelfälle lassen jedoch ein gewaltiges Dunkelfeld erahnen, denn die Machtstrukturen und Missbrauchsstrategien im orthodoxen Umfeld sind dieselben wie in den Westkirchen.
OWEP 2/2026: Die Vielfalt Rumäniens
„Rumänien ist ein unterschätztes Land“, so beschreibt unser Autor Stefan Hofmann treffend die Außenwahrnehmung des Landes. Der deutsche Blick ist trotz langjähriger EU-Mitgliedschaft unverändert von viel Nichtwissen geprägt. Manchen erscheint Rumänien bis heute vor allem als Ort von Korruption und Kriminalität – vereinfachte Zuschreibungen, die sich hartnäckig halten. Die gängigen Klischees werden der Wirklichkeit jedoch kaum gerecht. Rumänien ist vielfältiger als gängige Vorstellungen vermuten lassen.
RGOW 3-4/2026: Resilienz und Wandel. Historische Perspektiven auf die Ukraine
Nach über vier Jahren Angriffskrieg leisten die Ukrainer – zwar zunehmend ermüdet und erschöpft, aber weiterhin hartnäckig – Widerstand. Nicht nur die militärischen Fähigkeiten der Ukraine, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft haben viele externe Beobachter überrascht. Trotz der ständigen Luftangriffe und der gezielten Zerstörung der kritischen Infrastruktur des Landes reformieren die Ukrainer weiterhin Institutionen, planen den Wiederaufbau und formulieren Zukunftsvisionen – nicht nach dem Krieg, sondern inmitten all des Grauens. Zum nationalen Symbol dieser Widerstandsfähigkeit ist die Sonnenblume geworden.
Diese RGOW-Ausgabe, die in Kooperation mit der Initiative Ukrainian Research in Switzerland (URIS) an der Universität Basel entstanden ist, nimmt politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in der Ukraine seit dem späten 19. Jahrhundert in den Blick und untersucht, wie diese die heutigen ukrainischen Reaktionen auf die russische Aggression prägen.
Orthodoxes Forum 39 (2025): Das Erbe von Nizäa in der heutigen Orthodoxie
Zeitschrift des Institut für Orthodoxe Theologie der Universität München
Band: 2025/Heft 1 + 2
EOS Verlag
ISSN: 0933-8586
EUR 50.-
RGOW 2/2026: Brückenfunktion. Zentralasien in einer polarisierten Welt
Der C5+1 Gipfel der fünf zentralasiatischen Staatschefs mit US-Präsident Donald Trump im November 2025 in Washington hat Zentralasien wieder ins internationale Rampenlicht gerückt. Der wirtschaftliche Hegemon in der Region ist jedoch China, für das Zentralasien das „Tor nach Europa“ darstellt. Aufgrund historisch enger Beziehungen sind die zentralasiatischen Länder für Russland zur Umgehung von westlichen Wirtschaftssanktionen attraktiv. Auch die EU versucht, die Region als strategischen Partner enger an sich zu binden.
Zentralasien nimmt so in mehrfacher Hinsicht eine Brückenfunktion in einer polarisierten Welt ein, wobei die Region keineswegs nur ein passiver Schauplatz für den Wettbewerb der Großmächte ist. Vielmehr loten die fünf zentralasiatischen Länder ihre internationalen Handlungsmöglichkeiten aus, wozu eine neue regionale Zusammenarbeit beiträgt, erleichtert durch die Angleichung der politischen Systeme : In allen Ländern haben sich personenbezogene autokratische Regime etabliert.
OWEP 1/2026: Polarisierte Gesellschaft
Der Philosoph Karl Marx schrieb im 19. Jahrhundert, dass die Vereinigten Staaten von Amerika dem alten Kontinent Europa den Spiegel seiner Zukunft vorhalten. Tatsächlich scheint es so, als drohte den Gesellschaften Europas und insbesondere Ostmitteleuropas eine ähnliche Polarisierung wie in den USA. Auch in Deutschland ist die gesellschaftliche Polarisierung immer stärker in der Diskussion.
Gerade für Ostmitteleuropa stellt sich aber die Frage, warum sich nach der erfolgreichen Überwindung des Kommunismus Ende der 1980er Jahren und einer in den meisten Fällen daraufhin einsetzenden Politik der Liberalisierung und eines Wirtschaftsaufschwungs die gesellschaftlichen Fronten gegenwärtig zunehmend verhärten. Andererseits wird bei verschiedenen Themen auch ein übergreifender Zusammenhalt sichtbar.
Buch: Zwischen Ost und West
Christen byzantinischer Tradition in Ungarn
von Thomas Mark Németh (Band-Herausgeber:in) und Tamás Véghseő (Band-Herausgeber:in)
Peter Lang 2025
ISBN 978-3-6318-9579-5
RGOW 1/2026: Gewichtsverlagerung. Polen - Tschechien
Die jüngsten Wahlen in Polen und Tschechien haben zu Gewichtsverlagerungen in den politischen Landschaften beider Länder geführt. Der Ausgang beider Wahlen weckt Befürchtungen vor einer Blockade bzw. eines Umbaus des politischen Systems und einer außenpolitischen Neuorientierung beider Länder, insbesondere in Bezug auf die Ukraine. In welche Richtung sich die politischen Gewichte verlagern, ist jedoch keineswegs entschieden: Einerseits waren die Wahlkämpfe in beiden Ländern stark polarisiert, andererseits gingen sie mit rekordhohen Wahlbeteiligungen einher, was das bleibende Interesse der Bürgerinnen und Bürger an politischen Fragen widerspiegelt.









