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Ungarn: Katholisch-orthodoxer Dialog: Weiter Beratungen über Unfehlbarkeit

02. Juli 2026

Vom 15. bis 19. Juni tagte in der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma der Koordinierungsausschuss der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den Theologischen Dialog zwischen der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche. Das im Anschluss veröffentlichte Abschlusskommunique zur Tagung enthält zwar keine Details über die inhaltlichen Beratungen, macht aber doch zwei Aspekte deutlich, wie der Pressedienst der Wiener Stiftung Pro Oriente (Freitag) hinwies: Zum einen finden die Arbeiten des Ausschusses in einer wertschätzenden und konstruktiven Atmosphäre statt, zum anderen gestaltet sich die thematische Arbeit an einem gemeinsamen Text über historische und theologische Fragen im Zusammenhang mit der Unfehlbarkeit als anspruchsvoll.

So heißt es im Kommunique wörtlich: "Die Mitglieder des Ausschusses führten eine intensive und fruchtbare Diskussion über den Text. Es wurde beschlossen, dass einige Elemente des Textes einer weiteren Überarbeitung und Klarstellung bedürfen, bevor er auf einer Plenarsitzung der Kommission behandelt werden kann." Daher ist eine weitere Sitzung des Koordinierungsausschusses vorgesehen, die im Juni 2027 stattfinden soll.

Der Erzabt von Pannonhalma, Cirill Tamás Hortobágyi, kündigte am Rande der Tagung bei einem offiziellen Empfang die Veröffentlichung von Dokumenten und Texten des katholisch-orthodoxen Dialogs erstmals in ungarischer Übersetzung an. Die Publikation wird mit dem Titel "Az Igazság Párbeszéde" (Dialog der Wahrheit) erscheinen. Auch diese Initiative wird im Kommunique lobend erwähnt. Die Benediktiner-Erzabtei Pannonhalma ist neben der Domstadt Esztergom das wichtigste spirituelle Zentrum Ungarns und gilt seit Jahrzehnten auch als bedeutender Ort für den ökumenischen Dialog der christlichen Kirchen.

Die katholischen und orthodoxen Delegierten tagten in Pannonhalma unter dem Vorsitz des Präfekten des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, und des Metropoliten Job von Pisidien vom orthodoxen Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Die beiden teilen sich den Vorsitz in der seit 1980 bestehenden offiziellen Dialogkommission. In mehrjährigen Abständen finden Vollversammlungen des aus je 30 katholischen bzw. orthodoxen Mitgliedern bestehenden Gremiums statt, zuletzt 2023 in Alexandria (Ägypten). Zwischen den Vollversammlungen findet die Arbeit im Rahmen des Koordinierungsausschusses statt, der die Vollversammlungen inhaltlich vorbereitet. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)