Armenien: Gericht hebt Hausarrest für Bischof auf
Ein armenisches Gericht hat den Hausarrest des armenisch-apostolischen Bischofs Mkrtich Proschjan aufgehoben. Der Bischof der westarmenischen Diözese Aragatsotn darf allerdings weder seine Diözese besuchen noch mit Zeugen im Verfahren gegen ihn in Kontakt treten. Das berichtet der Hintergrunddienst der Katholischen Nachrichtenagentur am 26. März unter Berufung auf armenische Medien. Proschjan war im Oktober 2025 festgenommen worden.
Gegen den Bischof wird Anklage in zwei Punkten erhoben: wegen mutmaßlicher Behinderung des Wahlrechts unter Ausnutzung seiner offiziellen Stellung sowie wegen Nötigung zur Teilnahme an Versammlungen unter Ausnutzung seiner Autorität. Die Geschädigten in diesem Fall sind zwei ehemalige Geistliche, denen zuvor das Priesteramt entzogen worden war. Anfang Februar bereits hatte ein Gericht in Jerewan eine Haftstrafe gegen Erzbischof Mikael Ajapajan in strengen Hausarrest umgewandelt. Der Bischof kämpft mit gesundheitlichen Problemen. Zwei weitere Bischöfe sind noch in Haft.
Seit Monaten tobt in Armenien ein heftiger Konflikt zwischen der Kirchenleitung und der Regierung, personifiziert in den Personen des Kirchenoberhaupts Katholikos Karekin II. und Ministerpräsident Nikol Paschinjan. Die armenischen Behörden gehen seit Monaten mit harter Hand gegen die Kirche vor. Einige in Armenien wirkende Bischöfe befinden sich schon seit Monaten in Haft, gegen andere, inklusive Katholikos Karekin II., wurden Verfahren eingeleitet, verbunden mit Ausreiseverboten. Karekin II. durfte weder im Februar zur armenischen Bischofsversammlung nach St. Pölten reisen, noch am Begräbnis für den georgischen Patriarchen Ilia II. in Tiflis teilnehmen.
Die armenische Kirchenleitung wehrt sich vor allem durch die Absetzung von Bischöfen und weiteren Geistlichen, die gemeinsam mit der Regierung gegen Karekin II. auftreten. Zehn Bischöfe waren in dieser Richtung ursprünglich seit Ende 2025 gemeinsam mit dem Premierminister aktiv. Am 16. März gab die armenische Kirchenleitung bekannt, dass nun ein weiterer oppositioneller Bischof, Erzbischof Abraham Mkrtschjan, von der Leitung der Diözese Wanadzor entbunden und in den Ruhestand versetzt wurde. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)