Belarus: Katholische Geistliche aus politischer Haft freigelassen
Die beiden katholischen Geistlichen Henryk Okolotowicz und Andrzej Juchniewicz, die in Belarus aus politischen Gründen inhaftiert waren, sind freigelassen worden. Die Pressestelle der katholischen Bischofskonferenz in Belarus bedankte sich bei allen, die zur Freilassung der beiden Priester beigetragen hätten, und begrüßte die „positiven Tendenzen des Staats in der internationalen Ordnung, die Erneuerung des Dialogs zwischen der Republik Belarus und den USA sowie die Vertiefung der Kontakte mit dem Vatikan“.
Zudem wurden in dem Statement der Besuch von Kardinal Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums für die Ostkirchen, im Oktober in Belarus und die dabei erzielten Vereinbarungen begrüßt. Der Besuch sei ein positiver Impuls für folgende Kontakte gewesen, dank derer nun Alexander Lukaschenka als „Zeichen der Barmherzigkeit und der Achtung gegenüber dem Papst“ die inhaftierten Priester begnadigt und freigelassen habe. An dem Prozess seien Kardinal Claudio Gugerotti, der Apostolische Nuntius in Belaurs, Ignazio Ceffalia, sowie der Vorsitzende der belarusischen Bischofskonferenz, Erzbischof Iosif Staneuski, maßgeblich beteiligt gewesen.
Die staatliche Nachrichtenagentur Belta führte Lukaschenkas Entscheid zur Begnadigung auf die Intensivierung der Kontakte mit dem Vatikan, die Prinzipien des guten Willens und der Barmherzigkeit sowie auf das vom Vatikan verkündete Hl. Jahr zurück. In einem Nebensatz wird angemerkt, dass die beiden katholischen Geistlichen „schwere Verbrechen gegen den Staat“ verübt hätten. Dies vermerkte die belarusische Theologin und Bürgerrechtlerin Natallia Vasilevich positiv, denn damit werde deutlich, dass die Priester aus politischen Gründen verfolgt worden seien. Damit sei klar, dass die Vorwürfe sexueller Übergriffe auf Minderjährige gegen Andrzej Juchniewicz dazu gedient hätten, seinen Ruf zu beschädigen und ihn zu demütigen. Sie nennt als Faktoren für die Freilassung neben Gugerottis Besuch die Ernennung eines amerikanischen Sonderbeauftragten und die Öffnung von zwei Grenzübergängen zwischen Polen und Belarus am 17. November. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bestritt kurz vor der Öffnung, dass die Entscheidung politisch motiviert gewesen sei und mit Verhandlungen über die Freilassung politischer Gefangener zusammenhänge. Sie diene der Wirtschaft und den Interessen der lokalen Bevölkerung.
Als im September eine Reihe politischer Gefangener in Belarus freigelassen worden war, berichtete einer von ihnen, dass viele katholische Geistliche inhaftiert und dabei besonderem Druck ausgesetzt seien. Vor allem Henryk Okolotowicz werde vom KGB immer wieder unter Druck gesetzt, belastende Dokumente zu unterschreiben oder Aufträge auszuführen. (NÖK)

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