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Russland: Orthodoxes Rehabilitationszentrum für Kriegsveteranen in Planung

28. August 2025

In Petschory in der Region Pskov soll demnächst ein orthodoxes Rehabilitationszentrum für russische Veteranen des Kriegs gegen die Ukraine eröffnet werden. Dazu besuchten Sergej Stepaschin, Leiter der Imperialen orthodoxen Palästina-Gesellschaft und des Wohltätigkeitsfonds Christliche Gnade, und Ijurij Tschichantschin, Leiter der staatlichen Finanzkontrolle, den Gouverneur von Pskov. Am Treffen nahmen von der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) Metropolit Matfej (Kopylov) von Pskov und Metropolit Kirill (Pokrovskij), Leiter der Synodalabteilung für die Zusammenarbeit mit der Armee, teil. Zudem war Metropolit Tichon (Schevkunov) von der Krim, der lange Zeit der Eparchie Pskov vorstand, per Video zugeschaltet.

Das Zentrum soll im September seine Arbeit aufnehmen, zurzeit werden Mitarbeitende rekrutiert. Es sollen bis zu 38 Personen betreut werden, denen psychologische Hilfe sowie „soziokulturelle“ und physische Rehabilitation zur Verfügung gestellt werden sollen. Metropolit Tichon wies mit Blick auf Fälle, die er in Krankenhäusern auf der Krim gesehen habe, auf die Schwierigkeiten der Rehabilitation hin. Die Bezeichnung „Rehabilitationszentrum“ sei aus seiner Sicht zu schwer und medizinisch, die Betonung solle nicht auf Krankheit, sondern auf Transformation liegen. Der religiöse Sinn dürfe nicht aufgezwungen sein, aber stark. Stepaschin gab ebenfalls zu bedenken, dass es noch „viel mehr Probleme“ geben werde als nach dem Afghanistankrieg. Zudem sprach er sich für ein einheitliches Rehabilitationsprogramm im ganzen Land aus. Weitere Rehabilitationszentren sollen auf der Krim und in Moskau eröffnet werden, mit der Region Vladimir gibt es eine betreffende Abmachung.

Der Fonds Christliche Gnade wurde 2022 auf Initiative des Staatsdienstes für Finanzmonitoring und mit dem Segen des russischen Patriarchen Kirill gegründet. Neben Stepaschin ist Metropolit Tichon Co-Vorsitzender, dem noch immer großer Einfluss in Pskov nachgesagt wird und der als einer der einflussreichsten Bischöfe der ROK gilt. Aus Sicht der Journalistin und Orthodoxie-Expertin Ksenia Luchenko will sich die ROK mit ihrem Engagement in der Veteranen-Rehabilitation ein „großes Stück vom Kuchen der staatlichen Mittel“ abschneiden, die der Integration der Veteranen in das zivile Leben zugeteilt werden.

In Klintsy in der Region Brjansk, die an die Ukraine grenzt, wurde neben der Kathedrale der erste „interaktive“ Gedenkkomplex zu Ehren der Gefallenen in der Region eröffnet. Die Initiative ging von einer Einwohnerin der Stadt aus, deren Mann im Angriffskrieg gegen die Ukraine umgekommen ist. Das Projekt hat den Segen des örtlichen Bischofs Vladimir von Klintsy. Auf dem Denkmal ist das Bibelzitat „Niemand hat größere Liebe, als wer sein Leben einsetzt für seine Freunde“ zu lesen. Bischof Vladimir weihte das Denkmal und führte eine Prozession mit Angehörigen von Soldaten, Geistlichen und Beamten an. Dazu erschien ein Buch mit Geschichten, Fotos und Briefen der 60 Gefallenen, das in Kirchen, Bibliotheken und Archiven greifbar sein wird.

In Udmurtien weihte Bischof Viktorin am Gedenktag für den Hl. Pantelejmon in Votkinsk eine Gedenkkapelle, die den Soldaten, „die heute Blut für uns vergießen“, gewidmet ist. In der Kapelle werden die Namen von Gefallenen eingraviert werden, für deren Seelenfrieden künftig in den Gottesdiensten gebetet werden soll. Die Kapelle ist dem Erzengel Michael geweiht. (NÖK)