Russland: Metropolit von Pskov bezeichnet Gefallene als Märtyrer
Metropolit Matfej (Kopylov) von Pskov hat in einer Predigt am 17. Dezember 2025 die vielen Toten in seiner Gemeinde bedauert, die in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine umkommen, und für den Schmerz ihrer Angehörigen Verständnis gezeigt. Doch indem sie für das Vaterland sterben, vollbrächten sie eine „Heldentat“ fügte er hinzu, die Kriegsteilnehmer stürben als „Helden“ und als „Märtyrer“.
Wenn die Gefallenen nicht an der Front sterben würden, dann kämen sie vielleicht in einer „betrunkenen Schlägerei“ um oder würden irgendwo erfrieren. Oder sie würden eines natürlichen Todes sterben, aber „in Sünde, in Unzucht“ und in „Nutzlosigkeit“, sagte Metropolit Matfej weiter. Beim Tod im Krieg nehme Gott die Soldaten in ihrem besten Moment zu sich, nämlich im Moment ihrer Heldentat und der Selbstaufopferung. Mit ihrer Heldentat opferten sich die Gefallenen für die Unabhängigkeit, Freiheit und einen „friedlichen Himmel über dem Kopf“, das gefalle Gott natürlich.
Mit diesen Aussagen setze Matfej kriegerisches Heldentum mit christlichem Märtyrertum gleich, bemerkte die Journalistin und Orthodoxie-Expertin Ksenia Luchenko. Zudem folge der Metropolit dem Narrativ des russischen Präsidenten Vladimir Putin, der 2022 gegenüber Müttern von Gefallenen sagte, das Leben ihrer Söhne habe einen Sinn und ein erstrebenswertes Resultat gehabt. Bei anderen wisse man hingegen nicht, ob sie überhaupt wirklich gelebt hätten.
Die Hochschule in Pskov plant zudem gemeinsam mit der Eparchie Pskov Kurse für die „sozial-psychologische Adaptation der Teilnehmer der Militärischen Spezialoperation und ihrer Familienmitglieder“. In den Kursen sollen Anpassungsstrategien und der Aufbau eines „Dialogs“ mit Kriegsteilnehmern und ihren Familienmitgliedern vermittelt werden. Die Kriegsrückkehrer stünden vor „einzigartigen psychologischen Problemen, die einer professionellen Herangehensweise bedürfen“. Die Kurse richten sich an Geistliche der Russischen Orthodoxen Kirche, Barmherzige Schwestern, Freiwillige, Lehrpersonen und Psychologen sowie Sozialarbeitende. (NÖK)

Bei einer Kirche in der Nähe von Moskau wurde ein Denkmal für im Ukraine-Krieg Gefallene enthüllt und vom lokalen Bischof geweiht. Sergei Chapnin kritisiert die Verdrehung des christlichen Verständnisses von Leiden und Tod sowie den Dienst für die Kriegspropaganda.
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