Tschechien/Slowakei: Adventisten beschließen Frauenordination

Vom 21. bis 24. März 2019 fand in Brno in Tschechien die Delegiertenversammlung der Siebenten-Tags-Adventisten (Cirkev Adventtstu sedmeho dne) Tschechiens und der Slowakei statt, die gemeinsam eine Kirchenleitung bilden (Tschechisch-Slowakische Union). Die 214 Delegierten der Ortsgemeinden bestätigten, dass in ihrer Kirchenregion Pastorinnen zum Pastorendienst ordiniert werden dürfen. Dies widerspricht dem Beschluss der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) von San Antonio, Texas/USA, 2015, der die Kompetenz zur Ordination von Pastorinnen nicht an teilkontinentale (Divisionen) bzw. überregionale Kirchenleitungen (Unionen/Verbände) abgeben hat. Die Delegierten lehnten zudem das Dokument zum Umgang mit Regelverstößen ab, das an der Jahressitzung 2018 des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (GC-EXCOM) beschlossen worden war.

Laut SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF) in den USA, hat die Tschechisch-Slowakische Kirchenleitung bereits in der Vergangenheit zustimmende Erklärungen zur Frauenordination abgegeben. Im Mai 2014 erklärte sie, dass in ihrem Kirchengebiet tätige Pastorinnen „zum pastoralen Dienst ordiniert werden können“. Nach der Abstimmung der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) von San Antonio 2015, bei der die Kompetenz zur Ordination von Frauen nicht den teilkontinentalen (Divisionen) bzw. überregionalen Kirchenleitungen übertragen wurde, hatten die Adventisten in Tschechien und der Slowakei ihre Enttäuschung darüber geäußert und erklärt, dass dieser Beschluss den biblischen Aussagen widerspreche. Neben dem Vorstand hat nun auch die Delegiertenversammlung der Adventisten in Tschechien und der Slowakei die Ordination von Frauen zum „pastoralen Dienst“ in ihrem Kirchengebiet beschlossen.

Laut der Webseite der Tschechisch-Slowakischen adventistischen Kirchenleitung nahmen die Delegierten den Vorschlag an, dass das vom Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung (GC-EXCOM) am 14. Oktober 2018 gebilligte Dokument („Regard for and Practice of General Conference Session and General Conference Executive Committee Actions“, „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz“) und das darin beschriebene Verfahren im Gebiet der Tschechisch-Slowakischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten nicht angewendet werden soll. Die Richtlinien zum Umgang mit Regelverstößen, die vor dem GC-EXCOM-Beschluss vom 14. Oktober 2018 bestanden hätten, seien genügend. Gleichzeitig nahmen die Delegierten laut SPECTRUM einen Antrag an, der die Aufhebung des GC-EXCOM-Beschlusses vom 14. Oktober 2018 anstreben soll. Mehr zum beschlossenen Verfahren des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung (GC-EXCOM) bei Regelverstößen ist auf der APD-Website zu finden.

Die Delegierten der Adventisten in Tschechien und der Slowakei beschlossen auch, dass das im GC-EXCOM-Beschluss beschriebene Verfahren bei Regelverstößen, zur Wiederherstellung der Einheit, im Gebiet ihrer Kirchenleitung nicht angewendet werden soll. Im Weiteren stimmten die Delegierten auch der Stellungnahme des Vorstands der Tschechisch-Slowakischen Kirchenleitung vom 23. September 2018 zu diesem Dokument zu. Darin hielt der Vorstand fest, dass die Adventisten in Tschechien und der Slowakei nicht mit der Durchsetzung der Einheit in der Kirche durch ein „höheres Organ“ übereinstimmen. Die Einheit der Kirche entstehe nicht durch administrativ-organisatorische Maßnahmen, vielmehr durch das Wirken des Heiligen Geistes auf jeden Einzelnen. Sie lehnten das Dokument ab, weil es im Gegensatz dazu stehe, „wie wir das biblische Modell der Gemeindeverwaltung und -leitung verstehen“. (Quelle: Adventistischer Pressedienst, www.apd.media, 1. April 2019)