Litauen: Orthodoxe Kirche bekräftigt Streben nach mehr Unabhängigkeit

Die orthodoxe Kirche in Litauen hat sich an einer Kirchenversammlung dafür ausgesprochen, sich weiterhin um größere Unabhängigkeit vom Moskauer Patriarchat zu bemühen. Das Erzbistum ist Teil der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK); ihr Oberhaupt, Metropolit Innokentij (Vasiljev) von Vilnius, hatte bereits im Juni 2022 das Moskauer Patriarchat in einem Brief um die Zuerkennung eines autonomen Status gebeten. Kirchen mit diesem Status – wie die orthodoxen Kirchen in Estland und der Republik Moldau sowie die Russische Auslandskirche – sind bei der Organisation ihres kirchlichen Lebens und in ihren Entscheidungen unabhängig, bewahren aber die kanonische Verbindung mit dem Moskauer Patriarchat.

An der Versammlung tauschten sich die Hierarchen, Geistlichen, Mönche und Nonnen des Erzbistums sowie Laienvertreter aller orthodoxer Gemeinden Litauens zu aktuellen Fragen des kirchlichen Lebens aus. Sie hielten fest, dass ihre Kirche den Krieg gegen die Ukraine sofort verurteilt hatte, und erklärten ihre uneingeschränkte Unterstützung für Metropolit Innokentijs Antikriegsposition. Die Versammlung verabschiedete ein Schreiben an den Hl. Synod der ROK, in dem sie darauf hinwies, dass „der kirchliche Status mit dem tatsächlichen Sachverhalt in Einklang gebracht werden muss“. Das Erzbistum gehöre zu den traditionellen religiösen Gemeinschaften Litauens und sei eine „moralisch und finanziell unabhängige Religionsgemeinschaft“.

Zugleich betonte die Versammlung, dass das Erzbistum der Einhaltung der kirchlichen Kanones größte Bedeutung beimesse. Durch die kanonische Verbindung mit dem Moskauer Patriarchat sei die litauische Kirche mit der Weltorthodoxie verbunden. Diese Verbindung sei jedoch „ausschließlich kanonisch und behindert in keiner Weise die kirchliche Unabhängigkeit“. (NÖK)

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