Ungarn: Fest des Nationalheiligen Szent István

Die Ungarn haben das Fest ihres Nationalheiligen Szent István Kiraly (Hl. König Stephan von Ungarn) gefeiert. Der traditionelle Festgottesdienst zum Gedenken an den Patron Ungarns fand am 20. August in der Budapester Stephans-Basilika statt. Die Messe leitete Primas-Kardinal Péter Erdő, der daran erinnerte, dass das „Volk von König Stephan“ bereits Schwierigkeiten überleben konnte. Das Fest des heiligen Stephan (997–1038) habe somit auch Bedeutung für die Gegenwart: „Wir taumeln nicht ziellos auf den Pfaden der Geschichte“, sagte Erdő nach Angaben des katholischen Onlineportals Magyar Kurir und verwies auf die Pläne Gottes mit „jeden Menschen und Völkern“.

An dem Gottesdienst, zu dem wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nur geladene Gäste kommen konnten, nahmen auch Staatspräsident János Áder, Ministerpräsident Viktor Orbán und mehrere weitere Regierungsmitglieder teil. Erzbischof Gergely Kovács aus der Erzdiözese Alba Iulia im rumänischen Siebenbürgen rief in seiner Festpredigt die Gläubigen dazu auf, im Leben einen „innigen seelischen Dialog“ mit Gott zu führen. Dazu verwies er auf das Beispiel des Heiligen Stephan, der etwa seinem – später ebenfalls heiliggesprochenen Sohn Imre – mit auf den Weg gegeben habe, dass die Bewahrung des Glaubens an erster Stelle steht. Auch führe „die Helfende Hand, die Hilfsbereitschaft zum höchsten Wohl“, erinnerte Kovács an eine weitere Mahnung Stephans.

Zum Abschluss des Festgottesdienstes, den mit Erzbischof Michael August Blume auch der päpstliche Gesandte in Ungarn mitfeierte, spendete Kardinal Erdő mit der als Reliquie verehrten „Heiligen Rechten Hand“ Stephans den Segen.

Üblicherweise wird der Nationalfeiertag mit Prozessionen, Feuerwerk und Flugschau gefeiert. In diesem Jahr wurden wegen der Corona-Pandemie alle Feierlichkeiten abgesagt, wie das deutschsprachige ungarische Nachrichtenportal Balaton Zeitung berichtete. Hintergrund ist ein Verbot von Zusammenkünften mit mehr als 500 Personen und ein aktueller Anstieg der Coronavirus-Infektionen.

Die Tradition geht auf den Feiertag des heiligen König Stephan (1000–1038) zurück und ist seit dem Mittelalter ungebrochen. Sogar in sozialistischer Zeit wurde der 20. August als „Tag der sozialistischen Verfassung“ gefeiert. Das Fest des heiligen Königs Stephan aus der Dynastie der Arpaden wurde nach der Wende 1991 erneut zum Staatsfeiertag der Republik Ungarn erklärt.

Der Heilige gilt als Symbol der nationalen Einheit Ungarns und der Integration der zuvor nomadischen Ungarn ins christliche Europa. Er gründete auch die ersten zehn Diözesen des Königreiches. Heiliggesprochen wurde Stephan 1083 in der Regierungszeit des heiligen Ladislaus I. Die einbalsamierte rechte Hand des Nationalheiligen ist die bedeutendste Reliquie der ungarischen Kirche; sie wird am Stephanstag normalerweise in einer Prozession durch die Straßen Budapests getragen. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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