Zum Hauptinhalt springen

Ungarn: Budapester Weihbischof Martos mit Stephanus-Preis ausgezeichnet

21. Mai 2026

Levente Balázs Martos (52), Weihbischof von Esztergom-Budapest, hat den renommierten „Stephanus-Preis“ der ungarischen St.-Stephans-Gesellschaft erhalten. Der Bibelwissenschaftler und Rektor des Zentralen Priesterseminars bekam den Preis in der Kategorie Theologie. Die Schriftstellerin Laura Iancu (47) wurde mit dem „Stephanus-Preis“ für Literatur prämiert. Geehrt wurde sie bei einer Veranstaltung im Rahmen der christlichen Buchmesse in Budapest.

Die Auszeichnung wird seit 1993 an ungarische und internationale Autoren vergeben. Sie würdigt deren theologische bzw. literarische Arbeit. Unter den bisherigen Theologie-Preisträgern sind zahlreiche bekannte Kirchenmänner, darunter die Kardinäle Joseph Ratzinger (1998), Franz König (1993), Reinhard Marx (2011) oder Robert Sarah (2019).

Martos ist seit 2014 auch Mitglied der Päpstlichen Bibelkommission. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress sagte er, diese Mitgliedschaft bedeute für ihn eine besondere Möglichkeit der Begegnung zwischen Ost und West. Im Zusammenhang mit dem Stephanus-Preis erklärte er auch, welche internationalen Erfahrungen für ihn in der Theologie derzeit besonders wichtig sind.

Mit Blick auf die Entwicklungen in der Päpstlichen Bibelkommission hob Martos eine besondere Vielfalt hervor. Sie verbinde streng akademische Theologie mit einer stärker pastoral ausgerichteten theologischen Arbeit kleinerer Zentren. Diese Zentren brächten ein starkes Bestreben mit, die Theologie näher zu den Menschen zu bringen. So bleibe einerseits der hohe wissenschaftliche Anspruch gewahrt. Andererseits zeige sich eine sehr aufrichtige Aufmerksamkeit für menschliche Lebenssituationen. Die Theologen verschlössen sich nicht in ihrer Wissenschaft. Es sei spürbar, wie intensiv sie das Erbe ihrer eigenen Kultur lebten und zugleich der biblischen Überlieferung treu bleiben wollten.

Für den Weihbischof sind besonders jene Ansätze wichtig, die grundlegende menschliche Erfahrungen auch in der Theologie zum Thema machen, wie er sagte. In jüngerer Zeit hätten sich etwa eine „Theologie der Gefühle“, die Verarbeitung von Traumata in der Bibel und verschiedene Erinnerungstheorien entfaltet und weiterentwickelt. Darin liege auch die Möglichkeit, Gott mit größerem und tieferem Verständnis zu betrachten. Das gelte ebenso für jenes Erbe und Gottesbild, das die Heilige Schrift vermittelt.

Nach Auffassung von Martos ist der Stephanus-Preis zugleich eine Anerkennung jener ungarischen theologischen Öffentlichkeit, die ihr Leben stets in Treue zur Tradition und in einem eher konservativ verstandenen kirchlichen Geist gelebt habe, sich zugleich aber immer um Erneuerung bemühe, in die Zukunft blicke und am Aufbau der Kirche arbeite. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)