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Ungarn: Bartholomaios: Plädoyer für Wiederherstellung der Einheit mit Rom

10. September 2026

Mit einem eindringlichen Plädoyer zur Wiederherstellung der Einheit zwischen Orthodoxer und Katholischer Kirche hat sich Patriarch Bartholomaios an die Teilnehmenden des 27. Internationalen Kongresses der Gesellschaft für das Recht der Ostkirchen gewandt. Die Tagung fand in Budapest statt, wo der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel auch das neue orthodoxe Kirchenzentrum „Fanarion“ einweihte.

Das Kirchenrecht dürfe nicht dafür verwendet werden, „juristische Mauern“ zwischen den Kirchen aufzubauen. Vielmehr müsse es der Weiterentwicklung der Ökumene dienen, betonte der Patriarch laut Bericht im Pressedienst der Stiftung Pro Oriente. Bartholomaios war selbst 1969 als junger Geistlicher Gründungsmitglied der Gesellschaft für das Recht der Ostkirchen und in den ersten Jahren Vizepräsident.

Mit Blick auf das Kongressthema „Der Bischof von Rom: Zukunftsperspektiven aus alten Traditionen für Katholiken und Orthodoxe“ erinnerte Bartholomaios an Joseph Ratzingers (der spätere Papst Benedikt XVI.) Grundsatz, dass „Rom vom Osten keine höhere Primatslehre fordern kann, als die, die im ersten Jahrtausend formuliert und gelebt wurde“. Er hob zudem die Beschreibung des Papstes von Rom durch den Ökumenischen Patriarchen Athenagoras (1948–1972) als „denjenigen, der in Liebe vorsteht“ hervor.

Diese treffende Formulierung von Athenagoras – ein Ausdruck aus der alten Anrede des Heiligen Ignatius von Antiochia an die Kirche von Rom – fasse in wenigen Worten das gesamte orthodoxe Verständnis des römischen Primats zusammen: „ein Primat des liebevollen Dienstes, der innerhalb und niemals über der Gemeinschaft der Schwesterkirchen ausgeübt wird“. – Dieses Verständnis sei zudem untrennbar mit der alten Institution der Pentarchie der Patriarchen verbunden, in der der Papst von Rom als „Erster unter Gleichen“ – primus inter pares – eben als „Patriarch des Westens“ anerkannt wurde. Die fünf traditionellen Patriarchate sind Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem.

Patriarch Bartholomaios begrüßte in diesem Zusammenhang auch die Wiedereinführung des päpstlichen Titels „Patriarch des Westens“ im Jahr 2024 durch Papst Franziskus (2013–2025) und nannte ihn einen „kleinen, aber keineswegs unbedeutenden Schritt“ hin zur christlichen Einheit. Papst Benedikt XVI. (2005–2013) hatte den Titel zuvor abgelegt. Abschließend bekräftigte Bartholomaios seine Hoffnung auf die „Wiederherstellung der vollen Kirchengemeinschaft mit der Kirche von Rom“, damit die Pentarchie wieder vollständig sein könne. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)