Italien: Patriarch Bartholomaios wirbt für Respekt zwischen Kirchen

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat eine grundsätzliche Verpflichtung aller Kirchen hervorgehoben, den „anderen“ anzuerkennen und zu respektieren. Um einen Dialog zu ermöglichen, sei es notwendig, „sich von jeder Form des feindlichen Antagonismus zwischen Christen unterschiedlicher Konfession zu befreien“ und ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Dies sagte Bartholomaios beim 24. Internationalen Kongress der Society for the Law of the Eastern Churches, der vom 16. bis 20. September am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom stattfand.

Als Voraussetzung für den Dialog bezeichnete der Patriarch zudem Persönlichkeiten, die anderen ihre Erfahrungen in Demut zu präsentieren fähig seien. Historische Übel wie Fanatismus, Intoleranz und Fundamentalismus müssten zurückgewiesen werden, um den Weg zur Wahrheit freizumachen. Am Rand des Kongresses traf Bartholomaios mit Großerzbischof Svjatoslav (Schevtschuk), dem Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK), zusammen. Sie sprachen über die Verleihung der Autokephalie an die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) durch Bartholomaios und die ökumenische Situation in der Ukraine. Svjatoslav drückte die Hoffnung aus, dass die Verleihung der Autokephalie an die OKU den ökumenischen Dialog erleichtern werde, denn die orthodoxe Kirche sei der wichtigste Gesprächspartner der UGKK.

Anschließend besuchte Bartholomaios die albanischsprachige griechisch-katholische Eparchie Lungro in Kalabrien. Anlass seines Besuchs ist das 100-Jahr-Jubiläum der Eparchie, an dessen Feier er als Ehrengast teilnahm. An den Feierlichkeiten waren auch zahlreiche römisch-katholische Bischöfe anwesend. Dabei wurde hervorgehoben, dass in Süditalien die byzantinische Tradition dank dem Schutz der Päpste bewahrt worden und Lungro ein „einzigartiges Modell“ der Treue zur „östlichen Spiritualität“ und zu den „Direktiven des Hl. Stuhls“ sei. Zudem wurde die ökumenische Bedeutung des Patriarchenbesuchs betont.

Bartholomaios dankte der katholischen Kirche auch für ihre Hilfe bei der Entstehung neuer orthodoxer Zentren in Italien. Er verwies darauf, dass die neue Präsenz der Orthodoxie in Italien der katholischen Kirche keineswegs geschadet habe. Der Ökumenische Patriarch bekannte sich zum „Traum der vollen Einheit im Glauben“ und fand, der theologische Dialog sei weit vorangeschritten, dennoch gebe es noch einige Stolpersteine zu überwinden.

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