Türkei: Bartholomaios sprach mit Pompeo auch über Hagia Sophia

US-Außenminister Mike Pompeo ist am 17. November vom orthodoxen Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios in dessen Amtssitz im Phanar in Istanbul empfangen worden. Das Ökumenische Patriarchat sei ein wichtiger Partner im US-amerikanischen Einsatz für Religionsfreiheit in aller Welt, twitterte Pompeo nach der rund einstündigen Begegnung mit dem Patriarchen von Konstantinopel. Im Anschluss besuchte der US-Außenminister eine Moschee im Istanbuler Stadtteil Fatih. Bartholomaios und Pompeo hätten sich über Themen wie Religionsfreiheit, Grundrechte und den Schutz der Präsenz von Christen im Nahen Osten ausgetauscht, sagte der Pariser orthodoxe Metropolit Emmanuel (Adamakis) laut Bericht des Portals OrthodoxTimes. Pompeo habe auch das Thema der jüngst in eine Moschee rückverwandelte Istanbuler Hagia Sophia aufgeworfen, teilte Emmanuel auf Nachfrage mit.

Im Zentrum des Gesprächs standen nach Angaben des Portals auch die griechische Diaspora in den USA und die orthodoxen Gläubigen des Landes sowie die weltweite Orthodoxie und der ökumenische Dialog. Die Initiativen des Ökumenischen Patriarchen zum Schutz der Schöpfung seien ebenso erörtert worden wie die Bedeutung des interreligiösen Dialogs zur Förderung des Friedens. In diesem Zusammenhang habe auch der Meinungsaustausch zum Thema Achtung der Grundrechte und weltweite Religionsfreiheit stattgefunden. Patriarch Bartholomaios habe dabei die Notwendigkeit betont, Christen, aber auch Gläubige anderer Religionen im Nahen Osten zu schützen, die in den vergangenen Jahren gewaltsam entwurzelt worden sind.

Außenminister Pompeo war von Paris aus kommend in Istanbul eingetroffen. Er absolviert derzeit eine Europa- und Nahost-Tour, die u.a. noch nach Israel, Qatar, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate führen soll. Die Regierung in Ankara hatte die ausschließlich Bartholomaios geltende Visite des US-Außenministers am Bosporus schon im Vorfeld kritisiert. Die Erklärung aus Washington, wonach Pompeo vor allem über Religionsfreiheit sprechen wolle, sei „extrem unangemessen“, teilte das türkische Außenministerium in einer offiziellen Erklärung mit. In der Türkei seien die Rechte der Bürger unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit zur „freien Ausübung ihres Glaubensbekenntnisses“ geschützt, die USA sollten diesbezüglich besser „zuerst in den Spiegel schauen“, hieß es.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf türkische Diplomaten berief, soll Pompeo eine Einladung des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu abgelehnt haben, während seines Besuchs auch nach Ankara zu kommen und stattdessen Çavuşoğlu gebeten haben, für eine Begegnung nach Istanbul zu kommen. Dies wiederum dürfte der türkische Außenamtschef abgelehnt haben. Während des Besuchs von Pompeo protestierte laut Nachrichtenagentur AFP eine kleine Gruppe von Demonstranten in der Nähe des Ökumenischen Patriarchats gegen die Visite und skandierte „Yankee go home“. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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