Türkei: Bartholomaios: Glaubwürdigkeit der Religionen liegt am Friedenseinsatz

„Der Einsatz für den Frieden und die Versöhnung ist das vorrangige Kriterium für die Glaubwürdigkeit der Religionen.“ Das betont der Ökumenische Patriarch Bartholomaios in seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft. Er zeigt sich tief erschüttert über den Krieg in der Ukraine, „die unter den furchtbaren Folgen einer dreisten und ungerechten Invasion leidet“, wie das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie schreibt. Nie sei in der Menschheitsgeschichte der Friede zwischen Völkern ein selbstverständlicher Zustand gewesen, betont der Patriarch: „Vielmehr war er überall und immer das Ergebnis inspirierter Initiativen, des Großmuts und der Selbstaufopferung, des Widerstands gegen die Gewalt und der Verwerfung des Krieges als eines Mittels der Lösung von Differenzen.“ Stets sei der Friede ein „Kampf für die Gerechtigkeit und den Schutz der Menschenwürde“ gewesen.

Er sei überzeugt, so Bartholomaios, „dass es ohne den Frieden zwischen den Religionen, ohne ihren Dialog und ihre Zusammenarbeit auch keinen Frieden zwischen Völkern und Kulturen geben kann“. Der Glaube an Gott verstärke den Kampf für eine Welt des Friedens – „auch dann, wenn diese Bemühung vor Hindernissen steht, die nach menschlichem Ermessen unüberwindbar erscheinen“.

In den religiösen Überlieferungen gebe es nicht nur Motive für den inneren Frieden, „sondern auch für die Förderung und Errichtung des gesellschaftlichen Friedens durch die Überwindung der Aggressivität in den Beziehungen zwischen Individuen und Völkern“, so Patriarch Bartholomaios weiter. Es sei absolut inakzeptabel, „dass Vertreter der Religionen Fanatismus schüren und die Flamme des Hasses anfachen“.

Auch eine Reihe von orthodoxen Kirchen feiert bereits am 24./25. Dezember das Fest der Geburt Christi. Der Grund dafür liegt in der teilweisen Übernahme des Gregorianischen Kalender zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die orthodoxen Kirchen von Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, Rumänien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Albanien und Finnland. Andere orthodoxe Kirchen wie beispielsweise jene von Russland und Serbien halten am Julianischen Kalender fest. Sie feiern am 6. Januar den Heiligen Abend und am 7. Januar den Christtag. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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