Serbien: Patriarch Porfirije mit Versöhnungsbotschaft im Kosovo

Der neue serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije weilte erstmals als Kirchenoberhaupt im Kosovo. Er war am 14. März ins Patriarchatskloster von Peć gereist, wo er die ersten Tage der orthodoxen Fastenzeit zurückgezogen verbrachte. Am 17. März stand er einem Gottesdienst in der Klosterkirche von Peć vor, bei dem er an die Opfer der März-Pogrome im Jahr 2004 erinnerte und für sie betete. Zugleich rief Porfirije zu Frieden und Versöhnung in Kosovo-Metohija auf, wie das serbische Patriarchat auf seiner Website mitteilte. An die serbische Minderheit im Kosovo appellierte der Patriarch, in ihrer Heimat zu bleiben und durchzuhalten.

„Wir beten zu Gott, dass er jenen, die im Kosovo und in Metohija geblieben sind, Kraft gibt, um durchzuhalten und ihr Leben in Frieden aufzubauen“, so der Patriarch wörtlich. Sein Gebet schließe aber auch die Täter von damals und heute ein, die immer noch die Serben, ihre Kultur und Religion vertreiben wollten. Porfirije wörtlich: „Lasst uns heute für den Frieden aller im Kosovo und in Metohija lebenden Menschen beten, unabhängig von ihrer Religion und Nation.“

Vom 17. bis 19. März 2004 war es zu einer Welle von Gewalttätigkeiten albanischer Nationalisten gegen serbische Einwohner und Einrichtungen gekommen. Laut serbischem Patriarchat wurden damals neun Serben getötet, mindestens 170 verletzt und mehr als 4000 vertrieben. Rund 800 serbische Häuser wurden zerstört, dazu mindestens 35 Kirchen, Klöster oder Friedhöfe verwüstet oder in Brand gesteckt.

Elf Albaner kamen bei Zusammenstößen mit Angehörigen der internationalen Sicherheitskräfte (KFOR-Truppen und UN-Polizei) ums Leben, die versuchten, die Serben und ihr Eigentum zu schützen. Dabei wurden auch dutzende Sicherheitskräfte verletzt. Schon vor diesem Pogromen hatten nach Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen NATO und Serbien ab 1999 mehr als 200‘000 Serben den Kosovo aus Angst vor Racheakten verlassen. Die bedeutenden serbischen Klöster wie Visoki Dečani, Gračanica oder auch Peć sind zum Schutz von hohen Betonmauern umgeben. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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