Ukraine: Gruppe von Geistlichen und Laien der UOK bittet um Aufnahme ins Ökumenische Patriarchat
Einige Geistliche und Laien der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) haben sich an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios gewandt und um die Einrichtung von Gemeinden gebeten, die direkt dem Patriarchat von Konstantinopel unterstehen. Diese könnten als vorübergehende „spirituelle Brücke“ fungieren, sie seien keine Alternative zu einer vereinten orthodoxen Kirche in der Ukraine, sondern ein Weg zur Vereinigung ohne Angst und neue Spaltungen.
In ihrem Brief anerkennen die Verfasser die Entscheidung des Ökumenischen Patriarchats, der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) die Autokephalie zu gewähren, sowie seinen Status als „Mutterkirche“. Sie verweisen darauf, Metropolit Onufrij (Berezovskij), den Leiter der UOK, in den letzten Jahren mehrfach gebeten zu haben, die Strukturen der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) vollständig zu verlassen und die eucharistische Gemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat wiederherzustellen. Sie möchten nicht in Kircheneinheit mit denjenigen sein, die den Krieg gegen das ukrainische Volk befürworten, was die Leitung der ROK tue.
Ihre Bitte um die Errichtung von Gemeinden unter dem Dach des Ökumenischen Patriarchats begründen die Verfasser mit der schwierigen pastoralen Lage: Ein Übertritt zur OKU stelle für viele Gemeinden der UOK einen schmerzhaften Schritt dar. Der Grund dafür seien alte Konflikte, gegenseitiges Misstrauen und Streitereien um Gemeinden. Deshalb seien viele Gemeinden selbst dort, wo ein „aufrichtiger Wunsch nach Einheit“ bestehe, noch nicht bereit für eine sofortige Vereinigung. Die Verfasser verstehen ihre Bitte nicht als Streben nach einer Spaltung, sondern als Weg, die Menschen in der Kirche und im Glauben zu halten, damit der Weg zur Einheit ein „Weg der Heilung und nicht der Wunden“ werde.
Die UOK war lange Teil des Moskauer Patriarchats, nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erklärte sie sich an einem Landeskonzil im Mai 2022 für unabhängig vom Moskauer Patriarchat. Der kirchenrechtliche Status der UOK ist seitdem unklar, und sie wird in der ukrainischen Öffentlichkeit weiterhin oft als „russische Kirche“ wahrgenommen und leidet unter einem schlechten Image. Die ROK brach aus Protest gegen das Eingreifen des Ökumenischen Patriarchats in den ukrainischen Kirchenkonflikt 2018 die eucharistische Gemeinschaft mit diesem ab, die UOK folgte als damaliger Teil der ROK diesem Entschluss und hat ihn bisher nicht revidiert. (NÖK)