Ukraine: Statue für frühen Papst Klemens I. in Sewastopol

In Sewastopol, dem Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte, wurde an der mutmaßlichen Stelle des Martyriums des Heiligen Papstes Klemens I. ein Denkmal errichtet. Die Aufstellung erfolgte Samstag, 4. Januar, dem Tag an dem die orthodoxe Kirche das Fest des Heiligen Klemens feiert. Das Denkmal steht auf einem Podest im Wasser, an der Stelle, wo der auf die Krim verbannte Papst von den Schergen Kaiser Trajans mit einer Kette und einem Anker um den Hals ins Meer gestoßen wurde. Als Bischof von Rom gilt Klemens als zweiter oder dritter Nachfolger des Apostels Petrus. In der russisch-orthodoxen Kirche wird der auf der Krim gestorbene Papst seit Jahrhunderten sehr verehrt; der Märtyrer-Papst gilt auch als einer der Patrone der russischen Marine.

Die Errichtung des Denkmals in Sewastopol geht auf eine Initiative der „International Union of Slavic Tourism“ zurück. „Leider ist der Ort des Martyriums lange Zeit vergessen gewesen. Aber er war einst einer der am meisten verehrten Orte der lokalen Bevölkerung und der Wallfahrer aus aller Welt“, stellte Aleksandra Schupnik, die Sprecherin der „International Union of Slavic Tourism“, fest.

Klemens soll 50 n. Chr. in Rom geboren und dürfte jüdischer Herkunft gewesen sein. Seine Amtszeit als Bischof von Rom wird auf 88 bis 97 n. Chr. datiert. Von der Kirche San Clemente in Rom wird angenommen, dass sie über den Fundamenten seines Wohnhauses errichtet wurde. Laut Überlieferung soll Klemens von Petrus selbst getauft und von ihm auch zum Nachfolger als römischer Bischof bestimmt worden sein. Nach dem Tod von Petrus wollte er diese Wahl nicht annehmen, überließ erst Linus, dann Anaklet das Amt, und übernahm das Amt 88 n. Chr., das er bis 97 innehatte.

Durch sein tugendhaftes Leben, karitative Tätigkeit und intensives Gebetsleben soll Klemens viele Menschen in Rom bekehrt haben: Sklaven, Beamte, auch Mitglieder der kaiserlichen Familie. Daraufhin wurde der Bischof von Rom bei Kaiser Trajan als „Verächter der Götter“ angezeigt. Der Kaiser verbannte Klemens auf die Krim, wo er laut Legende in einem Marmorsteinbruch in der Nähe von Sewastopol arbeiten musste. Er fand dort viele Christen an, die – wie alle anderen Zwangsarbeiter – unter Wassermangel litten. Nach der Legende erschien ihnen Christus in Gestalt eines Lammes, das eine Quelle anzeigte.

Die Heiligenlegende auf der Krim erzählt, dass der verbannte Papst im Meer ertränkt wurde. Dieses soll nach dem Gebet der Gläubigen drei Meilen zurückgewichen sei, sodass die sterbliche Hülle des Märtyrer-Papstes in einem Marmorgrab sichtbar wurde. Dieses Wunder soll sich jedes Jahr am Todestag des Heiligen wiederholt haben.

Der Märtyrer gilt auch als Verfasser des 1. Clemens-Briefes, der sich an die Gemeinde in Korinth richtet und aus 65 Kapiteln besteht. Die Briefe stellen eine bedeutende Informationsquelle über das Leben, die Lehre und Organisation der frühen Kirche dar. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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