Ukraine: Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften zum Coronavirus

Der Allukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften hat die ukrainische Bevölkerung aufgerufen, sich an die Präventionsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zu halten und zum Gebet aufgerufen. Jede Kirche oder religiöse Organisation werde zudem eigene Maßnahmen ergreifen, die ihre Besonderheiten berücksichtigt. Die ukrainische Regierung hatte zuvor drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt, so sind neben Schulen und Universitäten auch alle Restaurants und Bars geschlossen. Am 17. März wurden landesweit Veranstaltungen mit über zehn Personen verboten, wobei Präsident Volodymyr Selenskyj insbesondere die Kirchenoberhäupter um Verständnis bat.

Der Hl. Synod der Orthodoxen Kirche der Ukraine veröffentlichte am 17. März „Praktische Anweisungen“ und einen Gebetstext für die Zeit der Quarantäne. Gottesdienste sind zu unterlassen, per Video zu übermitteln oder sicherzustellen, dass nicht mehr als zehn Personen daran teilnehmen. Für persönliches Gebet, Beichte und Besuch der Priester sollen die Kirchen jedoch offenbleiben. Ikonen und andere Geräte im Kirchenraum werden regelmäßig desinfiziert. Kreuze, Ikonen und Reliquien sollen mittels Verbeugung verehrt werden, nicht durch Küssen. Pilgerfahrten werden keine organisiert. Das Opferbrot soll in die Hände oder mit einem Löffel in den Mund des Gläubigen gelegt werden, ohne seine Lippen zu berühren. Bei entsprechender Möglichkeit und Wetter können Gottesdienste im Freien bei Einhaltung der geltenden Abstandspflicht durchgeführt werden. Sämtliche Gemeindeveranstaltungen werden verschoben.

Der Vorsteher der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, Metropolit Onufrij (Beresovskij), erinnerte in seiner Predigt am 15. März daran, dass die Kirche sich nicht zum ersten Mal mit Epidemien auseinandersetzen müsse. Sie habe immer dazu aufgerufen, die sanitären Normen zu befolgen, viel wichtiger jedoch seien Gebet und Buße: „Wenn wir beten, Gott bitten, unsere Sünden bekennen, vernichten wir diese Krankheit. Deshalb ist das wichtigste in dieser Situation nicht die Befolgung der sanitären Normen, sondern das Gebet und die Buße“.

Am 18. März veröffentlichte die UOK ebenfalls einen Gebetstext und eine öffentliche Erklärung, die am 22. März in allen Kirchen und Klöstern verlesen werden soll: Die Kirchen bleiben offen, dürfen aber nicht von mehr als zehn Gläubigen gleichzeitig besucht werden. Die Gläubigen werden aufgerufen, die hygienischen Normen und die Empfehlungen der Ärzte zu befolgen.

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