Frankreich: Ehemaliges Pariser Exarchat wählt neue Bischöfe

Das Erzbistum der Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa hat zwei Auxiliarbischöfe gewählt. Archimandrit Syméon (Cossec), Vorsteher des Klosters Saint Silouane in Saint-Mars-de-Locquenay, und Igumen Elisée (Germain), der Rektor der Gemeinde de la Sainte Trinité (Krypta der Kathedrale des Hl. Alexander Nevski in Paris), wurden am 24. Januar 2020 an der der ersten ordentlichen Generalversammlung des vormaligen Pariser Exarchats seit seiner Vereinigung mit dem Moskauer Patriarchat einstimmig gewählt. Während der letzten Jahre seiner Zugehörigkeit zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel hatte das Exarchat keine neuen Bischöfe wählen können, was angesichts des vorgeschrittenen Alters des Oberhaupts des Exarchats Anlass zur Sorge gegeben hatte.

Am folgenden Tag fand eine außerordentliche Generalversammlung statt, an der die notwendigen Änderungen an den Statuten des Erzbistums verabschiedet wurden. Diese passen sie den Statuten des Vereinigungsdokuments an, nachdem das frühere Pariser Exarchat im November 2019 Teil des Moskauer Patriarchats geworden war. Die Änderungen wurden mit einer Mehrheit von 94 Prozent angenommen, wobei 133 von 181 Delegierten anwesend waren.

Die Neuausrichtung des Erzbistums war nötig geworden, weil das Ökumenische Patriarchat im November 2018 überraschend dessen Status als eigenständiges Exarchat innerhalb des Patriarchats aufgehoben hatte. Die von Konstantinopel angeordnete Eingliederung seiner Gemeinden in seine örtlichen Metropolien hatten die Leitungsgremien des Erzbistums abgelehnt. Nach Prüfung mehrerer Optionen entschied Erzbischof Jean (Renneteau), sich dem Moskauer Patriarchat zu unterstellen, weil dieses bereit war, das Erzbistum mit seinen organisatorischen und liturgischen Besonderheiten als Ganzes aufzunehmen; die Mehrheit der Gemeinden folgte ihm.

Am 18. Januar fand außerdem eine außerordentliche Generalversammlung des Vikariats für die russischen Gemeinden statt, in dem die französischen Gemeinden des ehemaligen Exarchats versammelt sind, die beim Ökumenischen Patriarchat verblieben sind. In seiner Funktion als locum tenens schilderte Metropolit Emmanuel (Adamakis) von Frankreich die aktuelle Situation des Vikariats und hielt fest, dass das Quorum zu Wahl eines Vorstehers nicht erreicht wurde. So bleibt Emmanuel vorerst locum tenens des Vikariats. Zudem wurde das Vorgehen in Bezug auf Konflikte mit den Gemeinden, die Erzbischof Jean ins Moskauer Patriarchat gefolgt sind, besprochen. Der Rechtsberater von Metropolit Emmanuel wies darauf hin, dass Gerichtsverfahren oft lang und kostspielig sind, während Verhandlungen es ermöglichten, pragmatische Lösungen zu finden. Schließlich sprach sich die Versammlung dafür aus, Verhandlungen zu bevorzugen, und beauftragte den Vorstand des Vikariats, sich an die Leitung des Erzbistums zu wenden, um Gespräche aufzunehmen.

Metropolit Emmanuel hatte die Gründung des Vikariats in der ersten Ausgabe der „Lettre du vicariat“ im November 2019 mitgeteilt. Das Vikariat, dessen Schaffung Emmanuel im Februar 2019 erstmals angeboten hatte, sei nun als „Vikariat der russischen Tradition bei der Metropolie Frankreich“ gegründet. Es werde über „eine interne Autonomie mit seinen eigenen Statuten“ verfügen. In einer Botschaft an die Geistlichen und Laien des Vikariats hatte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios im Dezember 2019 seinen Segen erteilt. Das Ökumenische Patriarchat sei dafür verantwortlich, dass sich die „verschiedenen Traditionen, die im vergangenen Jahrhundert in Westeuropa Wurzeln geschlagen haben, sich frei entfalten und auch in Zukunft blühen können“. (NÖK)

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