Russland: Verletzte bei Attentat auf orthodoxes Gymnasium

Beim orthodoxen Gymnasium, das zum Frauenkloster von Serpuchov gehört, hat sich am 13. Dezember eine Explosion ereignet. Ausgelöst wurde sie von einem ehemaligen 18-jährigen Schüler. Der selbstgebaute Sprengsatz detonierte morgens vor dem Tor der Schule, es wurden mehrere Kinder und Jugendliche verletzt, darunter auch der Attentäter selbst. Abends befanden sich noch sieben Opfer in Spitalpflege, drei weitere verletzte Kinder mussten nicht ins Krankenhaus, während der Täter noch auf der Intensivstation lag.

In den russischen Medien wird gemutmaßt, der ehemalige Schüler habe die Bombe beim Morgengebet zünden wollen, zu dem sich jeweils die ganze Schule versammelt. Da die Eingangstür zum Gymnasium verschlossen gewesen sei, begann er zu klopfen und in diesem Moment sei die Bombe explodiert, verletzt wurden die Kinder in der Nähe der Tür. Die Motive des jungen Mannes sind bisher unklar. Berichten zufolge sei er als Schüler des Gymnasiums gemobbt worden und „Hass gegenüber Lehrpersonen der Schule und den Nonnen“ wurde als mögliches Motiv genannt. Eine Schülerin behauptete, Schikanen durch die Lehrer seien verbreitet und oft völlig grundlos, den Attentäter beschrieb sie als nette Person. Ein anderer Bekannter hingegen nannte ihn einen Menschenfeind, der sich an der Gesellschaft habe rächen wollen, nicht direkt an der Schule. Aufgrund seiner schweren Verletzungen konnte der 18-Jährige noch nicht befragt werden.

Die Eparchie Podolsk, zu der Serpuchov gehört, bestritt auf ihrer Website, dass es während der Schulzeit des Beschuldigten Konflikte zwischen ihm und den Lehrern gegeben habe. Im Internet kursierten gleichzeitig Gerüchte über schlimme Zustände an der Schule. Der Geistliche des Klosters, Erzpriester Igor Chromov, hat Medienberichten zufolge noch nie von einer angespannten Situation im Gymnasium gehört. Er nehme den Schülerinnen und Schülern die Beichte ab, und niemand habe je etwas derartiges erzählt. Nach Gründen für das Verhalten des ehemaligen Schülers müsse man die Eltern fragen, außerdem verwies er auf „schlechte Websites“.

Patriarch Kirill drückte in einem Statement seinen Schmerz über die Nachricht aus und rief dazu auf, in dieser schwierigen Situation „Mitgefühl zu zeigen, den Betroffenen Aufmerksamkeit und Unterstützung zu geben und den leidenden Menschen zu helfen, die Folgen des Verbrechens zu überwinden“. Er hoffe, die städtischen Behörden, Strafverfolgungsorgane und Bildungseinrichtungen würden alles tun, um künftig ähnliche Ereignisse zu verhindern. Auch der Leiter der Synodalabteilung für die Zusammenarbeit der Kirche mit der Gesellschaft und den Medien, Vladimir Legojda, drückte den Betroffenen sein Mitgefühl aus und versprach ihnen die Hilfe der Kirche. Er wies darauf hin, dass die Russische Orthodoxe Kirche auch mit „schwierigen Jugendlichen“ arbeite und auch in Zukunft mit allen Kindern arbeiten werde. (NÖK)

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