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Kenia: ROK unterstützt Rekrutierung von Afrikanern für Krieg

12. März 2026

Russland wirbt Berichten zufolge in afrikanischen Ländern Männer für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, wobei auch das Afrikanische Exarchat der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) eine Rolle spielen soll. So gibt Vocal Africa, eine panafrikanische Menschenrechtsorganisation, an, dass Vertreter der ROK jungen Kenianern Arbeit in Russland in Aussicht stellten. Es sei unklar, wie viele Kenianer nach Russland gereist sind, aber der Vertreter von Vocal Africa schätzt, dass es in den letzten zwei Jahren mehr als 500 Personen gewesen seien, die meist mit Touristenvisa eingereist seien. Rund 200 Familien hätten seine Organisation aufgrund der Situation ihrer Kinder kontaktiert.

Den Migranten wurden laut Vocal Africa hohe Löhne angeboten, die sie dann aber meist nicht erhalten. In Russland werden ihnen offenbar ihre Dokumente abgenommen und Bankkonten eingerichtet, zu denen sie keinen Zugang haben. Bald darauf würden sie für das Militär verpflichtet und an die Front geschickt. Ein anonymer Priester der ROK in Nairobi widersprach der Darstellung. Die Kirche schicke Seminaristen in die Ukraine, um dort zu lernen, nicht um zu kämpfen. Allerdings würden die Studenten davor gewarnt, dass es zu Rekrutierungsversuchen kommen könnte. Weiter versicherte der Priester, die Kirche überwache den Status der Studenten, sie wisse über alle, die sie zum Studium und in Seminare geschickte habe, Bescheid. Da sei nichts „Böswilliges“ dabei, kein einziger von ihnen sei in die Armee gegangen.

Der Exarch für Afrika, Metropolit Konstantin (Ostrovskij), bezeichnete die Berichte über die Rekrutierung von Afrikanern durch die ROK als Lüge. Das Ziel der ROK in Afrika sei einzig die Verkündung des orthodoxen Glaubens und der „Dienst für Gott und die Nächsten“. Zudem sei es Geistlichen verboten, sich mit Politik zu befassen. Die Anschuldigungen stammten von „Widersachern“, die über die Entwicklung der ROK in Afrika besorgt seien.

In Kenia wurde außerdem eine Person festgenommen, die Männer für den Kriegsdienst in der Ukraine angeworben haben soll. Laut einem Bericht des kenianischen Geheimdienstes wurden über 1000 Kenianer rekrutiert, mindesten 89 Personen befänden sich noch im Kampfgebiet. 39 seien in Krankenhäusern, 28 seien verschollen, andere seien nachhause zurückgekehrt. Mindestens ein Kenianer sei umgekommen. (NÖK)