Russland: Patriarch Kirill: Russland schützt mit dem Krieg das Gute
Der russische Patriarch Kirill hat anlässlich des 9. Mai, des Tags des Siegs über Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg, zahlreichen russischen Politikern in Russland und in den besetzten Gebieten der Ukraine Gratulationsschreiben geschickt. In seinen Schreiben nahm er vielfach Bezug auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. In dieser aktuell schwierigen Phase „schützt Russland fest und konsequent die Prinzipien des Guten und die historische Gerechtigkeit auf den Feldern der militärischen Spezialoperation“, verkündete er beispielsweise in seiner Gratulation an den russischen Ministerpräsidenten Michail Mischustin.
In seinem Brief an den russischen Präsidenten Vladimir Putin erklärte er, dass die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) während Jahrhunderte beständig die „kriegerische Großtat der Verteidiger des Vaterlands gesegnet“ habe. Auch heute folge die ROK dieser Tradition und leiste „spirituelle und humanitäre Unterstützung“ für die Teilnehmer des Kriegs. Gegenüber dem Verteidigungsminister bekundete der Patriarch seine Hoffnung auf eine weitere Entwicklung der Zusammenarbeit, um weiterhin die „moralische und patriotische Erziehung“ der Soldaten zu fördern sowie ihren „moralischen Geist“ zu stärken.
Am 6. Mai, dem Feiertag des Hl. Georg, leitete Kirill in der Hauptkirche der russischen Streitkräfte einen Gottesdienst mit zahlreichen Teilnehmern, darunter Bischöfe und Geistliche, ein riesiger Kinderchor, der Verteidigungsminister, Generäle und weitere Militärangehörige. Neben dem Gebet für den Sieg der Heiligen Rus wurde auch zweimal für Präsident Putin gebetet. Am 17. Mai betete Kirill bei einem Gottesdienst in Orenburg, dass Russland sowohl gegenüber äußeren wie auch inneren Feinden unbeugsam bleibe.
An der Parade zum 9. Mai saß der Patriarch auf der Tribüne auf dem Roten Platz neben dem früheren russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medvedev. Auf den Fotos der Veranstaltung wirkte der Patriarch sehr vergnügt, wie diverse Kommentatoren in den sozialen Medien bemerkten. (NÖK)