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Russland: Gallagher plädiert in Moskau für Verhandlungen im Ukrainekrieg

10. September 2026

Der Sekretär des Vatikans für die Beziehungen mit Staaten und internationalen Organisationen, Erzbischof Paul Richard Gallagher, hat vom 24. bis 28. August Moskau besucht. Dabei traf der „vatikanische Außenminister“ mit verschiedenen staatlichen und religiösen Vertretern zusammen und besuchte auch die römisch-katholische Gemeinde der Stadt. Im Zentrum standen die Bemühungen des Vatikans um Fortschritte bei einer diplomatischen Lösung von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Außerdem bekräftigten beide Seiten, die Zusammenarbeit in humanitären Angelegenheiten fortsetzen zu wollen.

In einem Interview mitVatican News zum Abschluss seiner Reise begründete Erzbischof Gallagher das Drängen auf einen Dialog damit, dass die Wiederherstellung der Beziehungen umso schwieriger werde, je länger der Krieg daure. Gute Dienste, die der Vatikan angeboten habe, seien aber offenbar nicht erwünscht, aber die Geste sei gewürdigt worden. Gallagher sprach sich dagegen aus, ein Land zu isolieren, denn das nütze nichts. Mit seinem Besuch habe er etwas getan, das andere zurzeit nicht täten. Damit rege er Überlegungen an, ob die bisherigen Strategien effektiv seien. Zudem habe er mit seinen Worten über den Frieden diejenigen in Russland ermutigen wollen, die den Krieg ablehnen.

Sein Treffen mit Metropolit Antonij (Sevrjuk) von Volokolamsk, dem Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, schilderte Gallagher positiv. Zwischen dem Vatikan und dem Metropoliten besteht laut ihm ein „sehr herzliches, brüderliches“ Verhältnis. Das Treffen sei sehr ermutigend gewesen, es habe gezeigt, dass „wir sehr viele Dinge teilen“, obwohl in einigen Fragen unterschiedliche Ansichten bestünden. Das Außenamt des Moskauer Patriarchats berichtete, dass bei dem Treffen „Fragen der aktuellen Weltlage“ besprochen worden seien. Insbesondere sei Gallagher über die „Verfolgung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche durch die staatlichen Organe der Ukraine“ informiert worden.

Breit wurde über ein Treffen zwischen Gallagher und dem russischen Außenminister Sergej Lavrov berichtet. In der anschließenden Pressekonferenz betonte Gallagher, dass der „Konflikt nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden kann“. Daher müssten unbedingt die Bedingungen für einen politischen und diplomatischen Prozess geschaffen werden. Es sei „klar“: „Dieser Krieg muss enden.“ Lavrov betonte vor allem die humanitäre Rolle, die der Vatikan übernehmen wolle. In einem Interview erklärte er zudem, Gallagher habe „alles verstanden“, als er ihm Beispiele für das Vorgehen des Westens schilderte, die zum Krieg in der Ukraine geführt hätten. Er habe keine Gegenargumente außer dem allgemeinen „Motto, dass es ‚bald aufhören muss‘“ gehabt. Außerdem habe der Sekretär zugegeben, dass die Menschenrechtssituation in der Ukraine „schlecht“ sei, und versprochen, in seinen künftigen Kontakten zur Ukraine darauf hinzuweisen. Gallagher traf in Moskau auch Jurij Uschakov, den außenpolitischen Berater des russischen Präsidenten. Über den Inhalt des Gesprächs gab es keine näheren Informationen. (NÖK)