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Ukraine: Vatikanischer Außenminister sichert ukrainischer Bevölkerung Unterstützung zu

30. Juli 2026

Erzbischof Paul Richard Gallagher, der Staatssekretär des Vatikans für die Beziehungen zu Staaten und internationalen Organisationen, hat die Ukraine besucht und dabei zahlreiche Gespräche mit politischen und kirchlichen Vertretern geführt. Anlass der Reise war die Teilnahme an den Feiern zum 35. Jahrestag der Wiederherstellung der Strukturen der römisch-katholischen Kirche in der Ukraine, die am 19. Juli im Marienheiligtum von Berdytschiv stattfanden und an denen Tausende Gläubige teilnahmen. Zuletzt hatte er die Ukraine 2022, kurz nach dem Beginn der russischen Großinvasion, besucht.

Kurz vor seiner Rückkehr nach Rom berichtete Gallagher vatikanischen Medien von seinen Erfahrungen in der Ukraine. Es sei sichtbar, dass die Bevölkerung von der Gewalt müde sei, zugleich sei sie „entschlossen und standhaft“. Er sei von der Tapferkeit, Entschlossenheit und vom Glauben beeindruckt und berührt gewesen, gerade auch von der Entschlossenheit, ein möglichst normales Leben zu führen, weiterhin zu arbeiten, für Kinder zu sorgen, sich um alte Menschen zu kümmern und solidarisch mit Kriegsopfern zu sein. Ebenfalls beeindruckt habe ihn die Entschlossenheit, die eigene Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren.

Während seines Aufenthalts besuchte Gallagher in Kyjiw von einem russischen Raketen- und Drohnenangriff zerstörte Wohnhäuser. Die ukrainischen Rettungsdienste berichteten ihm von ihrer Arbeit unter der ständigen Bedrohung weiterer Angriffe. Gallagher berichtete, dass ihn der Anblick der Gebäude, in denen noch kurz zuvor Menschen gelebt hatten, und die Betroffenen, die alles verloren haben und verzweifelt sind, aber dennoch eine leise Hoffnung auf bessere Zeiten hegen, am meisten berührt hätte.

Beim Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj sprachen die Beteiligten über ein mögliches Gipfeltreffen zur Friedensfindung. Zelenskyj bedankte sich für die Bereitschaft des Vatikans, ein solches Treffen zu beherbergen. Zugleich betonte er, dass die Unterstützung des Vatikans für die europäische Ausrichtung der Ukraine und die Anerkennung, dass die Ukraine alles Notwendige tue, um ein vollwertiges EU-Mitglied zu werden, zentral sei. Das Gespräch mit dem ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha konzentrierte sich vor allem auf die Frage der Rückkehr ukrainischer Kriegsgefangener und der Freilassung festgehaltener Zivilistinnen und Zivilisten sowie entführter Kinder. Sybiha dankte für die Solidarität und humanitäre Hilfe des Vatikans. Außerdem erwähnte er die Auswirkungen des Kriegs auf die Religionsgemeinschaften, fast 740 religiöse Stätten seien bei russischen Angriffen zerstört oder beschädigt worden. Es sei dringend nötig, das religiöse und kulturelle Erbe der Ukraine zu schützen, insbesondere angesichts des kürzlichen russischen Angriffs auf das Kyjiwer Höhlenkloster.

Ein Treffen fand auch mit Vertretern des Ukrainischen Rats der Kirchen und Religionsorganisationen statt. Dabei beklagten die Vertreter des Rats die religiöse Verfolgung und mangelnde Religionsfreiheit in den von Russland besetzten Gebieten. Weiter berichteten sie vom Verhältnis zwischen den Kirchen und dem Staat sowie dem Zustand der Religionsfreiheit in der Ukraine angesichts des Kriegsrechts.

Zur Frage eines möglichen Papstbesuchs in der Ukraine äußerte sich Gallagher nur vage. Papst Leo XIV. nehme die Einladung „sehr ernst“. Die Bedingungen, um „den richtigen Zeitpunkt und den angemessensten Weg zu bestimmen, damit ein solcher Besuch die größtmöglichen Früchte für die Ukraine und den Frieden in der Welt trägt“, würden „weiterhin studiert“. (NÖK)