Slowakei: Neues Vaterunser in Sprache der Roma für Papstbesuch in Košice

Auf Hochtouren laufen in der Slowakei die Vorbereitungen für den am 12. September beginnenden Besuch von Papst Franziskus. Im Fokus steht dabei auch die Roma-Minderheit im Osten des Landes. Am 14. September besucht der Papst in der Metropole Košice die Trabantenstadt Lunik IX. Dort leben mehr als 4000 Roma in prekären Verhältnissen. Beim örtlichen Zentrum der Salesianer Don Boscos ist nachmittags ein Treffen von Franziskus mit Vertretern der Roma-Gemeinschaft geplant. Für das geistliche Programm rund um die Begegnung haben die Organisatoren das Vaterunser in eine Version übersetzt, die von den Roma mit ihren verschiedenen Dialekten gemeinsam gesprochen und gesungen werden kann. Das Treffen mit dem Papst trage somit dazu bei, auch die Roma selbst zusammenzuführen, berichten slowakische Medien.

Schon vor Eintreffen des Papstes gibt es beim Romazentrum der Salesianer Don Boscos in Lunik IX ein mehrstündiges künstlerisch-geistliches Vorprogramm. Um 11 Uhr feiert der slowakische Salesianerbischof Vladimír Fekete, Apostolischer Präfekt von Aserbaidschan, einen Gottesdienst zum Fest Kreuzerhöhung, die Predigt hält der Salesianer Jozef Luscoň. Um 14 Uhr beginnt der Chor von Lunik IX sein Programm, anschließend folgt das künstlerisch-geistliche Programm mit dem Thema „Unterwegs“ mit Liedern, Tänzen, starken Zeugnissen und Gebeten. Kurze Loblieder leiten dann zum halbstündigen Programm mit dem Papst über, das ab 16 Uhr auf dem Hauptpodium im Salesianerareal stattfindet.

Der Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislav Zvolenský, wertete den Besuch des Papstes in Lunik IX im Vorfeld als besonders wichtiges Zeichen. Die Kirche sei in der Siedlung sehr aktiv, so der Erzbischof. Die Anwesenheit des Papstes in dem Problemviertel werde zeigen, „dass er die Bemühungen wahrnimmt und unterstützt“, sagte Zvolenský der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Bereits am 5. September hat eine Novene zur Vorbereitung auf das Treffen mit dem Papst begonnen. Sie soll „die Herzen der Roma für Christus öffnen und zugleich zur Versöhnung und zum wechselseitigen Verzeihen zwischen Slowaken und Roma beitragen“, heißt es von den Verantwortlichen für die Romapastoral in der Slowakei. In einer zweisprachigen Broschüre werden Litaneien, ein Gebet für das Romavolk und Lieder vorgestellt. Besonders hervorgehoben wird das Beispiel von Ceferino Gimenez Malla (1861–1936), der im Spanischen Bürgerkrieg einem Geistlichen Zuflucht gewährte und dafür von den Republikanern erschossen wurde. 1997 wurde er von Papst Johannes Paul II. (2978–2005) als erster Roma seliggesprochen. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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