Ungarn: Primas Erdő: In Ungarn wird das Christentum geachtet

Zum 800-Jahr-Jubiläum der "Goldenen Bulle" von Fehérvár, die als erstes Verfassungsdokument der ungarischen Nation gilt, hat Primas-Erzbischof Peter Erdő eine Ausstellung in Esztergom eröffnet. "Wir können mit erhobenem Haupt sagen, dass hierzulande die Achtung der Kultur, des Christentums und der Respekt vor menschlichen Werten allgemein akzeptiert werden", sagte der Erzbischof von Budapest laut dem Portal "Magyar kurir" bei der Eröffnungsfeier zu der Schau, die bis 11. Dezember in der Schatzkammer der Basilika von Esztergom zu sehen ist.

Die Bulle sei ein "Wahrzeichen der Verfassungsmäßigkeit" und werde als solches hochgehalten, sagte Erdő. Das in wichtigen Teilen bis zur Revolution 1848 in Kraft gewesene Dokument hatte König Andreas II. auf dem Reichstag am 24. April 1222 ausgegeben. In 31 Artikeln schrieb sie grundlegenden Rechte des Adels fest, darunter auch das Recht, den königlichen Willen zu missachten, falls dieser widerrechtlich ist. Historisch ist sie damit eines der ersten Beispiele für die verfassungsmäßige Begrenzung der Befugnisse eines Monarchen. Festgelegt war darin etwa auch die Steuerfreiheit der Adligen und der Kirche.

Der Text der Bulle enthalte auch weitere Passagen zur Rolle der Kirche, erinnerte Kardinal Erdő bei der Ausstellungseröffnung. Demnach gehörte es zum Auftrag des Primas, "den König nötigenfalls auf die Einhaltung der christlichen Lehre aufmerksam zu machen, um an der Spitze der Nation über die christlichen Werte zu wachen", so Erdő. "Von meinen frühen Vorgängern bis hin zu Kardinal József Mindszenty haben viele dies getan und dafür auch Opfer gebracht", hielt der Budapester Erzbischof fest. - Von der Goldenen Bulle ist kein Original erhalten. Die in der Schau zu sehende Abschrift aus dem 14. Jahrhundert wird im erzbischöflichen Archiv von Esztergom aufbewahrt. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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